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Auf Rekordniveau: Deutsche im Plus © dpa/Bernd Thissen
© dpa/Bernd Thissen

Redaktion 21.01.2016

Auf Rekordniveau: Deutsche im Plus

Opel, Mercedes, Audi und BMW durften sich 2015 über Zuwächse freuen, nur Volkswagen musste einen Absatzrückgang hinnehmen.

••• Von Jürgen Zacharias

Als sich Opel im März des vergangenen Jahres wegen der Wirtschaftskrise aus Russland zurückzog, rechneten wohl nur die wenigsten mit einem derartigen Ergebnis: Zehn Monate später darf der deutsche Autobauer aber auf ein starkes Jahr 2015 zurückblicken. Opel verkaufte von Jänner bis Dezember so viele Autos wie seit vier Jahren nicht mehr, insgesamt konnten die Rüsselsheimer 1,1 Mio. Fahrzeuge an Kunden ausliefern. Und ähnlich erging es auch den anderen deutschen ­Herstellern, die sich – mit Ausnahme von Volkswagen – ebenfalls über neue Rekordzahlen freuen dürfen.

BMW vor Mercedes & Audi

So konnte etwa BMW seine Verkäufe um 6,1 Prozent auf 2,25 Mio. Fahrzeuge (inkl. Mini und Rolls-Royce) steigern, allein von der Kernmarke BMW lieferte der Autobauer 1,91 Mio. Wagen aus und entschied damit auch das Rennen in der Premium-Klasse für sich.  33.700 Fahrzeuge hinter den Münchnern folgt in dieser Wertung Mercedes-Benz; die Stuttgarter erzielten 2015 einen Verkaufs­zuwachs von 13,4 Prozent und konnten damit im vergangenen Jahr weltweit 1,87 Fahrzeuge ausliefern und das fünfte Rekordjahr in Folge einfahren.

Dementsprechend zufrieden mit der Bilanz zeigte sich Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars: „Wir konnten in allen drei Kernregionen Europa, NAFTA und Asien/Pazifik den Absatz steigern“, so Zetsche, der den Erfolg auf die starke Performance in Fernost zurückführt. „Mit 373.459 verkauften Einheiten hat sich China 2015 zu unserem weltweit größten Einzelmarkt entwickelt. Mercedes-Benz ist dort mit einem Plus von 32,6 Prozent deutlich stärker als der Automobilmarkt gewachsen.“

Dieses Plus war schlussendlich auch entscheidend dafür, dass Mercedes im Wettstreit um die Krone im Premium-Segment an ­Audi vorbeiziehen konnte.
Die Ingolstädter mussten in China nach Jahren des Wachstums nämlich einen Nachfragerückgang von 1,4 Prozent hinnehmen und brachten es weltweit „nur“ zu einem Verkaufsplus von 3,6 Prozent auf 1,80 Mio. Fahrzeuge. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler war dennoch zufrieden: „Das Jahr 2015 hat gezeigt, dass Audi wetterfest aufgestellt ist.“

Minus bei Volkswagen

Weniger positiv fällt die Bilanz beim größten deutschen Hersteller Volkswagen aus. Markenübergreifend mussten die Wolfsburger (trotz Zuwächsen bei den deutschen Töchtern Audi und Porsche – Plus 18,6 Prozent!) ein Minus von zwei Prozent hinnehmen und fielen mit 9,98 Mio. verkauften Fahrzeugen wieder unter die 10-Mio.-Grenze. Die Kernmarke VW musste sogar einen Nachfrage-Einbruch von 4,8 Prozent auf 5,82 Mio. Fahrzeuge hinnehmen. 2016 soll es nun wieder aufwärts gehen, wie Jürgen Stackmann, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw, Geschäftsbereiche Vertrieb, Marketing und After Sales, betont: „Für 2016 liegt unser Fokus weiterhin auf der Rückgewinnung von Kundenvertrauen. Denn Kundenloyalität ist und bleibt eines unserer wichtigsten Güter; parallel optimieren wir unsere globale Verkaufsstärke und geben mit neuen Modellen weiter Gas.“

Gegenwind für 2016 erwartet

Auch die anderen deutschen Hersteller rechnen für das laufende Jahr mit Wachstum, wenn das Umfeld laut BMW-Vertriebschef Ian Robertson auch schwierig sei: „Wir erwarten, dass viele dieser Herausforderungen auch 2016 bestehen bleiben.“ Der Konzern wolle und müsse daher weiter „flexibel auf aktuelle Marktbedingungen reagieren“. Ähnlich sieht das auch Ola Källenius, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Mercedes-Benz Cars Vertrieb: „Für 2016 erwarten wir von der neuen E-Klasse, der intelligentesten Business-Limousine der Welt, weitere Absatzimpulse. Auch unsere neuen Dreamcars, wie das S-Klasse Cabrio, das C-Klasse Coupé sowie die neuen Generationen des SL und SLK, werden weiter zur Faszination der Marke Mercedes-Benz beitragen.“
Ähnlich positiv blickt Opel-Vertriebschef Peter Christian Küspert auf die kommenden Monate: „Dank unserer Modelloffensive war das Jahr 2015 das erfolgreichste für Opel seit vier Jahren. Wir haben Volumen und Marktanteil gesteigert und sind sehr zuversichtlich, dass wir diesen Erfolg auch 2016 fortschreiben werden.“

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