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Auto-Versicherung wird bald billiger © panthermedia.net/Robertcrum

Das Autofahren wird in den nächsten 15 Jahren nicht zuletzt dank der neuen Fahrerassistenzsysteme sicherer werden.

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Das Autofahren wird in den nächsten 15 Jahren nicht zuletzt dank der neuen Fahrerassistenzsysteme sicherer werden.

13.11.2015

Auto-Versicherung wird bald billiger

Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG pro­gnostiziert in einer Studie, dass die Auto-Versicherer bis zum Jahr 2030 deutlich günstigere Verträge anbieten werden.

••• Von Georg Biron

FRANKFURT. Die Sparte der Auto-Versicherungen steht angesichts des technischen Fortschritts vor Veränderungen. Je nachdem, wie schnell sich autonomes Fahren, Carsharing und andere technische Neuerungen durchsetzen, müssten die Versicherer bis 2030 mit einem um 15 bis 45% sinkenden Prämienvolumen rechnen, heißt es in einer KPMG-Studie.

Gut für die Autofahrer

„Im selben Maß, in dem die Zahl der Unfälle und das Volumen der Prämien sinken, dürften auch die Kosten für die Kfz-Versicherungspolizzen zurückgehen”, so ­Markus Heyen vom Frankfurter Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG.

Gut für die Autofahrer, schlecht für die Versicherer: 2014 nahmen die Kfz-Versicherer mit Haftpflicht- und Kasko-Policen allein in Deutschland 24,3 Mrd. Euro ein; im für sie günstigsten Fall könne das Volumen in den nächsten 15 Jahren um 15% zurückgehen, prognostizieren die KPMG-Berater.
„Der Umbruch in der Kfz-Versicherung wird – und das ist geradezu unausweichlich – zu derart hohen Prämienrückgängen führen, dass eine signifikante Reduktion der Kosten unvermeidbar sein wird”, so KPMG-Manager Jörg Wälder. Für einige Versicherer könnte es dann besser sein, gar keine eigenen Kfz-Polizzen mehr anzubieten.
In Österreich verfügen laut einer GfK-Studie 73% der Haushalte über eine Kfz-Haftpflichtversicherung. 28% der Haushalte haben eine Kfz-Zusatzversicherung (Vollkasko- oder Teilkasko) und 35% eine Kfz-Rechtsschutzversicherung. Die Abschlussraten liegen in Salzburg (48%), Tirol (50%) und Vorarlberg (60%) über dem Durchschnitt, wobei Wien (18%) unterdurchschnittlich abschneidet.

Deutlich weniger Unfälle

Die KPMG-Experten sehen hauptsächlich drei Gründe, weshalb die Branche vor einem Umbruch steht: Zum einen würden Fahrerassistenzsysteme bis hin zu selbstfahrenden Autos die Zahl der Zusammenstöße bis 2030 um bis zu 50% reduzieren. Zum anderen gäben immer mehr Autofahrer das eigene Auto zugunsten von Carsharing-Modellen auf; das könne bis zu 4,5 Mio. Privatautos obsolet machen.

Darüberhinaus machten Techniken wie der 3D-Druck den Transport via Lkw teilweise überflüssig, weil in der Nähe der Kunden gedruckt werden könnte. Dadurch würden bis zu 30% weniger Lkw gebraucht.

Rückschläge für die Makler

Leidtragende seien vor allem die Vertreter der Versicherer und Makler. Denn sie würden beim Verkauf von Kfz-Versicherungen massiv vom Vertrieb über das Internet, aber auch von den Autoherstellern selbst verdrängt, heißt es in der Studie; immer mehr Polizzen würden direkt beim Autohändler abgeschlossen.

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