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Automobilimporteure gegen Verbrenner-Aus © Panthermedia.net Patrick Daxenbichler

Haben Verbrenner mittel- bislangfristig eine Zukunft? In der EU wird derzeit offen das Aus für die Antriebstechnologie diskutiert.

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Haben Verbrenner mittel- bislangfristig eine Zukunft? In der EU wird derzeit offen das Aus für die Antriebstechnologie diskutiert.

Jürgen Zacharias 18.03.2021

Automobilimporteure gegen Verbrenner-Aus

Neun EU-Staaten, auch Österreich, fordern von der Kommission ein konkretes Ausstiegsdatum für Verbrenner – Automobilimporteure wünschen sich Anreize statt Verbote.

WIEN. Die Forderung von neun EU-Staaten an die Kommission, ein konkretes Ausstiegsdatum für den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren zu nennen, sorgt in Österreich für Unmut. Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, sprach sich vor wenigen Tagen explizit dagegen aus und forderte eine „technologieoffene Forschung und Entwicklung“. Das Schreiben an die EU-Kommission wurde auch von Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) unterzeichnet.

„Aus meiner Sicht macht es jetzt Sinn, diese Diskussion auf die europäische Ebene zu heben, um einheitliche Regeln auch hier vorzusehen und das war die Aufforderung, die wir an die Kommission gesendet haben“, sagte die Ministerin kürzlich im Ö1-Mittagsjournal. Man brauche ein Datum, das sicherstellt, dass die Pariser Klimaziele erreicht werden. Ein genaues Wunschdatum wollte Gewessler aber nicht nennen. Mit dem Koalitionspartner ÖVP war die Aktion nicht abgesprochen, zitierte das ORF-Radio das Büro von Europaministerin Karoline Edtstadler. Den Inhalt nehme man aber zur Kenntnis. Zum Teil sind die Forderungen der EU-Umweltminister auch im Regierungsprogramm verankert.

Die Autoimporteure zeigten sich indessen wenig erfreut: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir erfolgreicher sind, wenn wir auf Anreize statt Verbote setzen“, betont Kerle. Zwar steige die Zahl der Fahrzeuge mit alternativem Antrieb kontinuierlich an, der Markt für Verbrenner werde aber auch weiterhin existieren. Bis 2030 wäre laut Experten erst die Hälfte aller europäischen Fahrzeuge elektrifiziert, und auch im Nutzfahrzeugbereich werde der Verbrennungsmotor noch einige Zeit alternativlos sein. Außerdem könne derzeit noch nicht sicher gesagt werden, welche Antriebsform sich in den einzelnen Segmenten durchsetzen werde. Deshalb dürften auch die synthetischen Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, nicht vergessen werden. Diese seien klimafreundliche Kraftstoffe, die aber auch in Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Attraktiv wären diese vor allem für die Zulieferindustrie. (jz)

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