AUTOMOTIVE BUSINESS
Brasilianischer Aufstieg © Allianz Markus Dlouhy
© Allianz Markus Dlouhy

Redaktion 29.08.2019

Brasilianischer Aufstieg

Die Allianz baut mit der Übernahme von Sul America ihre Marktposition am brasilianischen Autoversicherungsmarkt deutlich aus.

MÜNCHEN. Die Allianz steigt mit einer Übernahme der Sul America zum zweitgrößten Autoversicherer in Brasilien auf. Der Münchner Versicherungsriese zahlt drei Mrd. Real (667 Mio. Euro) für das vor allem aus Auto-Policen bestehenden Schaden- und Unfallgeschäft, wie beide Unternehmen mitteilten.

Die Allianz setzt darauf, dass der bisher wenig erschlossene Markt so stark wächst wie zuletzt. Vorstandschef Oliver Bäte sprach von einem „großen Schritt bei der strategischen Repositionierung unseres Lateinamerika-Geschäfts“. Die Allianz ist in Brasilien bisher die Nummer acht in der Autoversicherung, Sul America die Nummer fünf.

Bäte hat sich zum Ziel gesetzt, in möglichst vielen Ländern die Allianz in eine führende Position zu bringen – oder dort auszusteigen. Zuletzt hatte der Versicherer eine Reihe kleiner und mittelgroßer Übernahmen in die Wege geleitet, nachdem sich keine Gelegenheit für einen Mega-Zukauf ergab. In diesem Jahr stehen dafür allein rund 1,5 Mrd. Euro bereit. Mit dem Kauf des Schaden- und Unfall-Geschäfts von Legal & General avanciert die Allianz in Großbritannien in der Sachversicherung zur Nummer zwei. In Portugal hatte sie im Ringen um den zweitgrößten Versicherer Tranquilidade aber gegen die italienische Generali den Kürzeren gezogen.

In Brasilien kommen mit Sul America umgerechnet 806 Mio. Euro an Beitragseinnahmen hinzu, 95% davon in der Autoversicherung. Insgesamt kommt die Allianz damit auf 1,5 Mrd. Euro Beitragseinnahmen und einen Marktanteil von 15% in der Auto-Sparte. Unangefochtener Marktführer in dem Segment ist nach Daten von Sul America Itau Seguros/Porto Seguro mit mehr als 27%. Allerdings: Vier von fünf Autos auf dem größten Markt Südamerikas – vor allem ältere Modelle – sind bisher nicht versichert.

Bei Sul America machte die Autoversicherung bisher rund 16% des Geschäfts aus. Der 1895 gegründete Versicherer will sich auf die Kranken- und Lebensversicherung konzentrieren. Zu den größten Aktionären von Sul America gehört mit 14,9 Prozent der Rückversicherer Swiss Re. (jz)

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