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China rückt auf © Bosch

Die weltweit größten Automobilzulieferer konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr auf 922 Milliarden Euro steigern.

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Die weltweit größten Automobilzulieferer konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr auf 922 Milliarden Euro steigern.

Redaktion 10.01.2020

China rückt auf

Strategy&-Studie: Deutschland dominiert weiter die ­globale Zulieferindustrie, aber chinesische Unternehmen rücken näher.

WIEN. Während die internationalen Automobilhersteller 2018 einen leichten Umsatzrückgang verzeichnen mussten (minus ein Prozent), stiegen die Umsätze der weltweit größten Zulieferer­unternehmen trotz des schwierigen Marktumfelds laut einer aktuellen Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, um drei Prozent auf 922 Mrd. € (2017: 899 Mrd. €). Allerdings ist ein Sesselrücken unter den Top-Zulieferern zu beobachten: Insbesondere chinesische Lieferanten positionieren sich selbstbewusst am Weltmarkt und verdrängen etablierte Player.

Weltmarktanteil stagniert

Die deutschen Automobilzulieferer konnten ihre Umsätze von 221 Mrd. € (2017) auf 225 Mrd. € im vergangenen Jahr 2018 steigern. Dennoch stagniert ihr Weltmarktanteil seit 2015 bei 24%. Während Deutschland nach wie vor die Top Ten der D-A-CH-Region dominiert, hat es mit Benteler auch ein Unternehmen mit Sitz in Österreich in das Ranking geschafft: Der heimische Zulieferer positioniert sich mit einem Umsatz von acht Mrd. € (2018) auf Platz sieben.

„Um auch künftig ausreichend in Innovation investieren zu können, müssen die Zulieferer­unternehmen aus dem D-A-CH-Raum ihre Kostenstrukturen anpassen – ohne jedoch an der falschen Stelle zu sparen”, erklärt Peter Trögel, Automobilexperte und Director bei Strategy& Österreich.

Konkurrenz wächst weiter

Die Offensive aus Asien bedroht zunehmend das deutschsprachige Geschäftsmodell der Innovationsführerschaft: Getrieben vor allem durch den dynamischen chinesischen Markt, konnten asiatische Zulieferer ihre F&E-Quote von 3,6% (2017) auf 4,2% (2018) des Umsatzes erhöhen und nähern sich langsam dem deutschen Durchschnittswert von 5,8% (2018) an. Die starken Wettbewerber treiben die Innovation zukunftsfähiger Technologien massiv voran; parallel dazu wächst ebenfalls die Konkurrenz durch Tech-Unternehmen, die mit eigenen Angeboten und Lösungen ihrerseits immer stärker in das Automotive-Segment drängen.

Deutsches Erfolgsmodell

„Die Asiaten greifen nun sichtbar im Bereich der Forschung und Entwicklung an und schließen zum deutschen Erfolgsmodell auf. Die bereits heute führende Rolle vieler asiatischer Unternehmen in der Batterie- oder Halbleitertechnologie verdeutlicht, dass sich die Zulieferer aus der D-A-CH-Region nicht ausruhen dürfen. Der Transformationsbedarf ist enorm, wenn man bedenkt, dass 40% der deutschen Branchenumsätze noch immer rund um den traditionellen Antriebsstrang erzielt werden”, so Trögel abschließend. (red)

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