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Corona trifft Auto © Volkswagen

Geschlossene Tore Bei KTM in Oberösterreich stehen die Bänder derzeit ebenso still wie in zahlreichen europäischen Werken von Volkswagen (o.), der PSA Group, von Fiat Chrysler und Ford.

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Geschlossene Tore Bei KTM in Oberösterreich stehen die Bänder derzeit ebenso still wie in zahlreichen europäischen Werken von Volkswagen (o.), der PSA Group, von Fiat Chrysler und Ford.

Redaktion 20.03.2020

Corona trifft Auto

Die Automobilbranche reagiert auf die Coronakrise mit Produktionsstopps, Experten erwarten deutliche Umsatzrückgänge.

WIEN. Stillstand bedeutet Rückschritt – zumindest ökonomisch. Die infolge der Coronakrise notwendig gewordenen Produktionsunterbrechungen und -kürzungen dürften sich jedenfalls in den Bilanzen vieler Unternehmen in Form enormer Umsatzeinbrüche deutlich bemerkbar machen. Besonders betroffen davon ist die Automobilindustrie, die bereits seit Ende Jänner – als das Coronavirus hierzulande weitgehend noch als „chinesisches Problem” wahrgenommen wurde – mit beeinträchtigten Produktions- und Lieferketten in Fernost konfrontiert ist.

Einschränkungen in Industrie

Aufgrund der Nachfrage- und Produktionsrückgänge prognostizierte der deutsche Branchen-Experte Ferdinand Dudenhöffer folgedessen schon Ende Februar einen um 2,7 Mio. Fahrzeugen geringeren globalen Pkw-Absatz im laufenden Jahr. Spätestens seit der ersten März-Woche dürften die Erwartungen der Branche noch einmal deutlich gesunken sein, da führte die Coronapandemie auch in der europäischen Autoindustrie zu Einschränkungen.

Als erstes kündigte Fiat Chrysler an, in Italien mehrere Werke vorübergehend stillzulegen, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit zu hemmen. Einige Tage später wurde die Schließung auf alle Werke in Europa ausgedehnt und auch andere Hersteller folgten dem Beispiel: Opel fuhr ebenso wie Konzernmutter PSA die Produktion herunter, Ford baut ab Donnerstag in Europa keine Autos mehr, und am Dienstag kündigte auch Volkswagen an, die meisten deutschen und europäischen Werke zunächst für zwei bis drei Wochen stillzulegen, weil absehbar sei, dass die Lieferketten kommende Woche reißen würden.
„Angesichts der sich aktuell deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit bei der Teileversorgung unserer Werke wird es an den Standorten unserer Marken unmittelbar auch zu Produktionsunterbrechungen kommen”, sagte VW-Chef Herbert Diess.

Maßnahmen in Österreich

Der Produktionsstopp wird sich auch auf zahlreiche österreichische Betriebe und Zulieferer massiv auswirken. Motorradbauer KTM beispielsweise kappte die Produktion am Stammsitz in Mattighofen für zwei Wochen, und die Porsche Holding Salzburg hat all ihre österreichischen Unternehmensbereiche, die nicht für die Aufrechterhaltung der Grundfunktionen des Unternehmens notwendig sind, bis zum 29. März geschlossen.

Ungünstiger Zeitpunkt

Die Coronakrise trifft die Branche in einer Phase, in der die Pkw-Nachfrage wegen der schwächelnden Konjunktur und der Unsicherheit durch den EU-Austritt Großbritanniens bereits geschrumpft ist. Experten gehen davon aus, dass die Produktion in Europa wegen der Virusausbreitung zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen wird.

Dudenhöffer rechnet vor allem in Italien, aber auch auf den anderen Hauptmärkten Deutschland, Frankreich und Spanien mit deutlichen Rückgängen. Der Absatz werde im Vergleich zum Vorjahr um rund elf Prozent auf 12,7 Mio. Autos abstürzen. Dies gelte bereits bei der optimistischen Annahme, dass sich das öffentliche Leben innerhalb von drei Monaten wieder normalisiere. (red)

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