AUTOMOTIVE BUSINESS
Die Autoindustrie im fundamentalen Wandel © APA/AFP/Toshifumi Kitamura
© APA/AFP/Toshifumi Kitamura

Redaktion 13.07.2018

Die Autoindustrie im fundamentalen Wandel

Neue Antriebstechnologien und Fahrtenvermittler-Apps gewinnen immer mehr an Bedeutung.

WIEN. Die Automobilindustrie befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Vor allem das gestiegene Umweltbewusstsein ändert unser Fahrverhalten, und zudem gewinnen Fahrtenvermittler-Apps zunehmend an Bedeutung, wie eine aktuelle Untersuchung von AXA Investment Managers (AXA IM) zeigt.

Endprodukt im Wandel

„Natürlich werden Autos auch in Zukunft gekauft und verkauft. Jedoch wird sich die gesamte Branche wandeln. Auch die Lieferketten der Fahrzeugbauer werden sich grundlegend verändern, da das ‚Endprodukt Auto' schon bald ein anderes sein dürfte, als wir es heute kennen”, sagt Tom Riley, Portfolio-Manager des AXA WF Framlington Robotech Fonds.

Investoren, die vom Wandel der Automobilbranche profitieren wollen, sollten laut Riley neben dem technologischen Fortschritt daher noch andere Faktoren im Auge behalten.
„Schätzungen zufolge wird sich die Anzahl der Autos bis 2040 weltweit auf etwa zwei Milliarden verdoppeln”, so Riley. „Doch zwei Milliarden Autos benötigen auch zwei Milliarden Parkplätze.”
Gehe man gleichzeitig davon aus, dass etwa 70% der Weltbevölkerung in Städten leben und arbeiten werden, dränge sich unweigerlich die Frage auf, ob der öffentliche Raum für die Mobilität der Zukunft ausreichen werde.
„Immer mehr Menschen greifen daher auf Alternativen zum eigenen Auto zurück. Mit einer simplen Fahrtenvermittler-App auf dem Smartphone kann man in den meisten Großstädten dieser Welt ans gewünschte Ziel gelangen, anstatt selber fahren zu müssen”, erklärt Riley.
Goldman Sachs untermauert diese Prognose mit Zahlen; laut deren Schätzung wird der weltweite Markt für Fahrtenvermittler und Mitfahrgelegenheiten von gegenwärtig 4,3 Mrd. € bis ins Jahr 2030 auf etwa 240 Mrd. € anwachsen.

Technologie-Übergang

Darüber hinaus zwingen neue Technologien die Automobilindustrie, sich zu verändern. Die öffentliche Diskussion um den Klimawandel beschleunigt zudem den Übergang von fossilen Brennstoffen zu elektrischen Antrieben. Das zeige laut Riley auch die wachsende Zahl der Besitzer von E-Autos. „2016 wurden mehr als zwei Millionen elektrische Pkws verkauft. Laut der Internationalen Energieagentur wird es im Jahr 2030 mehr als 200 Millionen E-Autos auf den Straßen geben.”

Voranschreitende Verbesserungen bei Batterien und anderen Nebentechnologien ließen zudem vermuten, dass der Markt für „Mobility as a Service” weiterhin wachsen wird. Einer aktuellen Studie von McKinsey zufolge könnte 2030 jedes zehnte Auto ein „Shared Vehicle” sein. (red)

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