AUTOMOTIVE BUSINESS
Die meistverkauften Fahrzeuge Europas © Volkswagen (3)

Die beiden Top-Seller Kein Modell wurde im Vorjahr in Europa öfter verkauft, als der VW Golf (oben). 533.584 Einheiten bedeuten: Jedes 28. neue Auto in Europa ist ein Golf; auf Platz 2 folgt der Ford Fiesta mit 314.432 verkauften Fahrzeugen.

© Volkswagen (3)

Die beiden Top-Seller Kein Modell wurde im Vorjahr in Europa öfter verkauft, als der VW Golf (oben). 533.584 Einheiten bedeuten: Jedes 28. neue Auto in Europa ist ein Golf; auf Platz 2 folgt der Ford Fiesta mit 314.432 verkauften Fahrzeugen.

12.02.2016

Die meistverkauften Fahrzeuge Europas

SUVs waren im vergangenen Jahr in Europa voll im Trend, meistverkauftes Modell war der VW Golf vor dem Ford Fiesta.

••• Von Jürgen Zacharias


Europas Automarkt ist nun schon seit längerer Zeit im Aufschwung. Zwar liegen die Zahlen noch unter den Wirtschaftskrisenjahren von 2008 und 2009, als der Markt mit Schrott- und Abwrackprämien künstlich gestützt wurde, langsam nähert man sich aber diesem Niveau wieder an. So wurden im Vorjahr die höchsten Verkaufszahlen seit 2009 registriert. Nach Angaben des internationalen Marktbeobachters Jato Dynamics aus Limburg stieg die Zahl der Zulassungen im Vergleich zu 2014 um 9,3 Prozent. Im vierten Quartal legte der Absatz um 10,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2014 zu und allein im Dezember wurden 1,16 Millionen Fahrzeuge zugelassen (2014: 0,999 Mio.).

Volkswagen vor Ford & Renault

Besonders stark war die Nachfrage in Irland, wo der Markt gleich um 29,7 Prozent zulegte. Über ein deutliches Plus von 25 Prozent durfte sich auch Portugal freuen, die Märkte in Spanien und Tschechien legten um 20,6 bzw. 20,5 Prozent zu.

Ebenfalls starke Zuwächse verbuchten Litauen (plus 18 Prozent), Polen (16,1 Prozent), Rumänien (15,7 Prozent) und Italien (15,6 Prozent), während sich der Markt in Österreich mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent nur moderat entwickelte und die Zulassungen in ­Luxemburg (minus 6,7 Prozent) und Estland (minus 0,5 Prozent) sogar zurückgingen.
Bestverkaufter Hersteller war im vergangenen Jahr einmal mehr mit Respektabsabstand Volkswagen. Der deutsche Autobauer konnte von Jänner bis Dezember 2015 europaweit 1,720 Mio. Fahrzeuge an den Mann und die Frau bringen, um 6,8 Prozent mehr als noch 2014. Der stärkste Verfolger, Ford, brachte es auf einen Absatz von 1,041 Mio. Autos, Renault durfte sich unter dem Strich über 0,974 Mio. verkaufte Fahrzeuge freuen.

SUVs beleben Nachfrage

Laut Angaben von Jato Dynamics profitierten von der steigenden Nachfrage allerdings nicht alle Hersteller. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen haben fast alle Marken in Europa mehr Autos verkauft als im vergangenen Jahr. Aber nicht alle haben im gleichen Maße von der steigenden Nachfrage profitiert”, sagt Felipe Munoz, Analyst bei Jato Dynamics. Und weiter: „Die Marken, die ihre Modellpaletten um neue Modelle und SUVs erweitert haben, waren die großen Gewinner 2015.”

SUVs als Verkaufsschlager

Dieser Trend lässt sich auch in Zahlen darstellen, die SUVs (Flaggschiff ist der Nissan Qashqai mit mehr als 232.000 verkauften Fahrzeugen) bildeten 2015 erstmals das verkaufsstärkste Segment. Getrieben vom Boom der Mini-SUVs rund um Opel Mokka und Renault Captur, zählte die Fahrzeugklasse im Vorjahr 3,2 Mio. Neuzulassungen und damit einen Marktanteil von 22,5 Prozent (2014: 19,8 Prozent).

Knapp dahinter folgen das Kleinwagen-Segment mit einem Marktanteil von 22 Prozent und die Kompaktwagen, die es auf einen Marktanteil von 20,6 Prozent bringen.
2014 waren noch die Kleinwagen mit 22,7 Prozent am stärksten nachgefragt, die Kompaktwagen brachten es damals auf einen Marktanteil von 21,3 Prozent.
Gefragtester Pkw überhaupt war 2015 wie schon im Jahr davor der Golf; insgesamt konnte Volkswagen von seinem Spitzenmodell in Europa 533.584 Einheiten losschlagen und damit rund 70 Prozent mehr als die Verfolger Ford Fiesta und Renault Clio, von denen 314.432 bzw. 305.305 Fahrzeuge verkauft werden konnten.
In den Top 10 der meistverkauften Autos finden sich drei VW-Modelle, zwei Peugeot und Renault-Fahrzeuge sowie je ein Nissan, Opel und Ford.

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