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Diesel-Absatz rückläufig © Panthermedia.net Philip Lange

Bildunterschrift: In Österreich liegt der Anteil von Diesel-Fahrzeugen am Neuwagenmarkt im ersten Quartal nur noch bei 43 Prozent.

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Bildunterschrift: In Österreich liegt der Anteil von Diesel-Fahrzeugen am Neuwagenmarkt im ersten Quartal nur noch bei 43 Prozent.

Redaktion 26.04.2018

Diesel-Absatz rückläufig

EY-Analyse: Der EU-Neuwagenmarkt ist kalenderbedingt im Rückwärtsgang, und die Nachfrage nach Diesel-Neuwagen sinkt immer weiter.

WIEN. Der europäische Neuwagenmarkt schaltete im März in den Rückwärtsgang: In Österreich ging die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um vier Prozent zurück, EU-weit betrug der Rückgang sogar fünf Prozent. Zurückzuführen ist dieses Minus laut einer aktuellen EY-Analyse zum Teil auf die Osterfeiertage, aufgrund derer der März ein oder sogar zwei Verkaufstage weniger hatte als der Vorjahresmonat. Den negativen März-Zahlen zum Trotz liegt der Neuwagenmarkt in der EU im ersten Quartal mit 0,7 Prozent im Plus, in Österreich fiel das Wachstum mit zwei Prozent beinahe drei mal so stark aus.

Wachstumstreiber waren vor allem Spanien, die Niederlande und Polen mit jeweils zweistelligen Wachstumsraten. Auch Deutschland entwickelte sich im ersten Quartal mit einem Plus von vier Prozent gut. Großbritannien bleibt derweilen das größte Sorgenkind: Die Neuzulassungen im März brachen um knapp 16% und im ersten Quartal um zwölf Prozent ein.

„Die großen Absatzmärkte entwickeln sich inzwischen sehr unterschiedlich“, beobachtet Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich. „In Großbritannien und Italien sorgen beispielsweise politische Unsicherheiten und eine konjunkturelle Eintrübung für Gegenwind – damit bekommen auch die Aussichten für den EU-Markt insgesamt einen Dämpfer. Zwar ist die Konjunkturerholung zumindest auf dem Kontinent weitgehend intakt, und die Beschäftigung steigt, in einigen Ländern besteht jedoch nach wie vor hoher Nachholbedarf. Im Gesamtjahr dürfte das Absatzwachstum etwa bei einem Prozent liegen.“

Bemerkenswert ist der anhaltende Negativtrend beim Absatz von Diesel-Neuwagen: In den fünf größten Absatzmärkten – Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien – und auch in Österreich sanken die Neuzulassungen von Selbstzündern insgesamt um 25%, in Großbritannien lag das Minus sogar bei 37%. Infolgedessen schrumpfte der Diesel-Anteil am Neuwagenmarkt in den fünf größten Märkten um 8,7 Prozentpunkte auf 40,8%. Besonders massiv fielen die Einbußen in Großbritannien und Spanien aus, wo der Diesel-Marktanteil um knapp elf beziehungsweise 14 Prozentpunkte einbrach. Auch in Österreich gab es einen starken Rückgang um 10,4 Prozentpunkte von 53,4 auf 43%.
        
„Die Diskussionen um Fahrverbote, die inzwischen in vielen europäischen Ländern geführt werden, haben aber zu einer massiven Verunsicherung aufseiten der Käufer geführt, die nun lieber Benzin-Modelle erwerben – mit entsprechend negativen Folgen für den CO2-Ausstoß der Neuwagenflotten“, so Schwartz. „Je stärker der Diesel-Marktanteil sinkt, desto größere Probleme bekommen die Hersteller, die ab dem Jahr 2021 geltenden CO2-Grenzwerte einzuhalten.“ (jz)

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