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E-Autos sind in Wahrheit noch kein Thema © Joel Saget AFP

55% der Autofahrer interessieren sich für Stromer, nur fünf Prozent können sich aber tatsächlich einen Kauf vorstellen.

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55% der Autofahrer interessieren sich für Stromer, nur fünf Prozent können sich aber tatsächlich einen Kauf vorstellen.

Jürgen Zacharias 24.08.2017

E-Autos sind in Wahrheit noch kein Thema

Die aktuelle Auflage der Aral-Trendstudie zeigt eine anhaltend hohe Begeisterung für das Auto, wie wir es heute kennen – die Beliebtheit von Diesel-Fahrzeugen ging allerdings merklich zurück.

BOCHUM. Alle zwei Jahre gibt der Mineralölkonzern Aral mit seiner Trendstudie Einblicke in die Gefühlswelt der deutschen Autofahrer. Diesen März wurden 1.000 von ihnen zu ihren Präferenzen beim Autokauf und rund um das Thema Auto befragt. Sie liefern damit ein Stimmungsbild, das ähnlich wohl auch für Österreich gilt und das Zeitalter der Verbrenner noch lange nicht zu Ende sieht. Demnach will sich jeder zweite Kaufinteressent einen klassischen Benziner zulegen, was im Vergleich zur Vorgängerstudie einem Plus von zehn Prozentpunkten entspricht. Auf Platz zwei folgt der Diesel mit nur noch 18% – vor zwei Jahren gaben dies noch 31% der Befragten an. Der zweite große Gewinner neben dem Benzinaggregat sind Hybridmotoren: Seit 2013 ist der Anteil von sechs über elf auf jetzt 15% gestiegen.
Wenig Begeisterung herrscht bei den deutschen Autofahrern für Elektroautos. Zwar gaben 55% der Studienteilnehmer an, dass sie sich grundsätzlich für einen Stromer interessieren, jedoch nur fünf Prozent können sich ganz konkret eine Anschaffung vorstellen. Das liegt wohl auch an der nach wie vor zu geringen Reichweite der Fahrzeuge; bei dieser Antriebsform erwarten Autofahrer allerdings eine durchschnittliche Reichweite von 463 Kilometer pro Ladevorgang. Bei der erstmals gestellten Frage nach der maximal akzeptierten Ladedauer halten fast 60% der Studienteilnehmer eine Ladezeit von bis zu 30 Minuten für akzeptabel.

Auch autonomes Fahren bleibt exotisch
Wenig Begeisterung ist auch für autonomes Fahren zu verspüren: Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung oder Abstandswarner haben als Vorboten des autonomen Fahrens längst den Praxistest bestanden. Obwohl diese Extras häufiger bei potenziellen Autokäufern auf der Bestellliste stehen, trauen sie der konsequenten Weiterentwicklung wieder weniger über den Weg. Nur 20% der Befragten sagen, dass sie sich vorstellen können, autonom zu fahren; bei der Ersterhebung vor zwei Jahren waren es noch 34%.
Wunschauto der befragten Autofahrer ist 2017 übrigens eine schwarze Limousine der Marke Audi, die von einem Benzinmotor angetrieben wird. Klimaanlage, ABS und elektrische Fensterheber gehören zum Bestellumfang, und der Preis liegt bei rund 30.000 €. Das Trendauto ist ein Geländewagen mit Hybridantrieb von BMW. Auf der Liste der Extras gewinnen ein Radio mit Bluetooth-Anschluss, eine Standheizung und eine Alarmanlage an Bedeutung. (jz)

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