AUTOMOTIVE BUSINESS
E-Mobilität auf der Überholspur © Raiffeisen Leasing David Sailer

Renato Eggner, Geschäftsführer von Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

© Raiffeisen Leasing David Sailer

Renato Eggner, Geschäftsführer von Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

Redaktion 30.11.2017

E-Mobilität auf der Überholspur

Der Bundesverband für nachhaltige Mobilität und Raiffeisen-Leasing sehen bei einer gemeinsamen Presseveranstaltung die Elektromobilität in Österreich auf einem guten Weg.

WIEN. Ende November luden Doris Holler-Bruckner, Präsidentin des Bundesverbands für nachhaltige Mobilität, und Renato Eggner, Geschäftsführer von Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement (RLFPM), zu einem gemeinsamen Pressegespräch; im Fokus stand dabei die Frage, was nachhaltige Mobilität in Österreich braucht und durch welche Maßnahmen und Anreize insbesondere Elektromobilität eine echte Alternative zu Verbrennungsmotoren werden kann.

Holler-Bruckner, die erst kürzlich die mehr als 8.000 km lange Strecke von Wien nach Marrakesch vollelektrisch in einem Tesla Model X zurückgelegt hat, lobte zwar die im internationalen Vergleich bereits gut ausgebaute heimische Ladeinfrastruktur, sieht aber noch sehr viel Potenzial, Ladestationen kundenfreundlicher zu machen. „Es beginnt mit Kleinigkeiten wie etwa der ausreichenden Beschilderung und Überdachung von öffentlichen Ladestationen bis hin zur Öffnung der Ladestationen für Bankomat- und Kreditkarten sowie einer Abrechnung, basierend auf Kilowattstunden“, so Holler-Bruckner.

Darüber hinaus betont Holler-Bruckner aber auch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Elektromobilität für den Wirtschaftsstandort Österreich. „Wir haben eine Reihe von heimischen Unternehmen, die in der Entwicklung von Komponenten- und Subkomponenten für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur international äußerst erfolgreich sind und hier langfristig Tausende Arbeitsplätze sichern. Die aktuelle Förderpolitik von Elektromobilität geht definitiv in die richtige Richtung, aber es gibt noch enorm viel Potenzial. Künftig wird es auch wichtig sein, eine zentrale, bundesweite Zuständigkeit für das Thema nachhaltige Mobilität zu definieren.“
Der Bundesverband plant aktuell ein Gütesiegel, mit dem jene heimischen Unternehmen ausgezeichnet werden sollen, die bis zum Jahr 2020 den Anteil von Elektrofahrzeugen in ihren Fuhrparks auf mindestens 30% anheben.

Österreich hat innerhalb der EU mit 1,4 Prozent den höchsten Anteil an Elektroautos bei den Neuzulassungen, was auch Renato Eggner bestätigen kann; laut seinen Angaben sind bereits rund sieben Prozent der von RLFPM gemanagten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge elektrisch unterwegs. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von mehr als 1 Mio. l Treibstoff und rund 2.650 t CO2. „Elektromobilität überzeugt aber nicht nur durch die positive Klimabilanz, sondern auch durch die deutlich niedrigeren Betriebskosten, die im Schnitt um ein Drittel unter jenem eines konventionellen Fahrzeugs liegen“, erklärt Eggner. Dennoch spricht er sich klar gegen etwaige Fahrverbote von konventionell betriebenen Fahrzeugen aus. „Wir sehen, dass positive Anreize, wie etwa Steuerbegünstigungen, der Ausbau öffentlicher Infrastruktur oder Kaufpreisförderungen, bereits sehr gut angenommen werden.“

Laut Eggner wäre ein zusätzlicher Impuls für nachhaltige Mobilität möglich, wenn die an Bundesförderungen geknüpfte Mindesthaltedauer von derzeit vier auf zwei Jahre gekürzt werden würde, oder aber wenn leichte Nutzfahrzeuge gezielt gefördert werden würden, da diese aktuell gegenüber konventionellen Fahrzeugen kaum steuerliche Vorteile haben. (jz)

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