AUTOMOTIVE BUSINESS
Eine Branche steht auf der Umsatzbremse © Porsche Holding

Plus für 2021 erwartet Sowohl bei der Porsche Holding Salzburg (o.) als auch bei Magna Steyr in Graz (r.) rechnet man aktuell mit Zuwächsen für das laufende Jahr.

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Plus für 2021 erwartet Sowohl bei der Porsche Holding Salzburg (o.) als auch bei Magna Steyr in Graz (r.) rechnet man aktuell mit Zuwächsen für das laufende Jahr.

Redaktion 23.04.2021

Eine Branche steht auf der Umsatzbremse

Kurzarbeit und Produktionsrückgänge: Corona wirkte sich 2020 auch auf die Umsätze der heimischen Kfz-Unternehmen aus.

••• Von Jürgen Zacharias

Die Autoindustrie steckt nicht erst seit Corona in einer Krise. Digitalisierung, Vernetzung und der schrittweise Abschied von der klassischen Verbrennertechnik sorgten schon davor bei vielen Unternehmen für Unsicherheiten und machten hohe Investitionen in neue Konzepte, Dienstleistungen und Produktionsstrukturen notwendig.

Die durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise eingetretene Kaufzurückhaltung verschärft die Probleme aber nun deutlich. Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zufolge brach 2020 alleine in Europa ein Viertel des Geschäfts weg. In den USA lag das Minus bei 15%, China schloss trotz einer raschen Erholung mit minus sechs Prozent, in Brasilien lag der Rückgang bei knapp 27% und in Japan bei elf Prozent.

Rückgänge auf allen Linien

Auswirkungen haben diese Absatzrückgänge nicht nur auf die Hersteller. Auch Importeure, Händler, Zulieferer und die Zubehörbranche spüren die Kaufzurückhaltung und die gesunkene Zahl der Urlaubs- und Geschäftsreisen: Werkstätten sind nicht voll ausgelastet, bestimmtes Zubehör verkauft sich kaum, und wer kein neues Auto kauft, braucht auch keine neue Kfz-Versicherung.

Augenscheinlich wurden die Auswirkungen im vergangenen Jahr auch bei den Umsätzen der größten heimischen Unternehmen: Selbst die Porsche Holding Salzburg, die vergleichsweise gut durch die Krise gekommen ist, musste 2020 ein Umsatzminus von 2,8% hinnehmen. Bei den anderen Branchengrößen, wie dem ebenfalls in Salzburg beheimateten Zulieferer Benteler, Magna Steyr oder der BMW Motoren GmbH fielen die Rückgänge noch viel deutlicher aus.

Weit verbreitete Hoffnung

„Die Marktbedingungen waren aufgrund der Pandemie weltweit herausfordernd und äußerst volatil. Kein Land konnte sich der Krise entziehen”, begründet Hans Peter Schützinger, Sprecher der Porsche Holding, den Absatzrückgang.

Schützinger weiter: „Wir haben es aber geschafft, die Auswirkungen der Pandemie besser als erwartet einzudämmen, auch wenn wir deutliche Einbußen beim Neuwagenabsatz hinnehmen mussten. Trotz allem haben wir es in einem herausfordernden Jahr mit kaufmännischer Umsicht und strategischem Wachstum geschafft, die Position als umsatzstärkstes Unternehmen in Österreich zurückzuerobern.”
Für das laufende Jahr rechnet Schützinger zwar mit weiter „herausfordernden Marktbedingungen”, allerdings auch mit einer einsetzenden wirtschaftlichen Erholung. „Wir sind opti­mistisch, dass die Auslieferungen an unsere Kunden wie auch die Umsätze heuer signifikant über dem Vorjahreswert liegen werden.”
Bei Magna Steyr hegt man ähnliche Erwartungen, dort soll der Umsatz heuer von 4,585 Mrd. € im vergangenen Jahr wieder auf das Vorkrisen-Niveau von 2019 steigen. Und auch Benteler-CEO Ralf Göttel macht sich Hoffnungen auf eine baldige Trendumkehr: „Die Pandemie bestimmt Gegenwart und Zukunft: Zwar hat die Erholung der Märkte bereits begonnen, der positive Trend jedoch ist abhängig von rückläufigen Infektionszahlen. Frühestens Ende 2022 wird wohl das Vorkrisenniveau erreicht sein.”

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