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EU-Neuwagenmarkt im 10-Jahres-Hoch © Panthermedia.net Philip Lange

Diesel am absteigenden Ast: Im bisherigen Jahresverlauf wurden allein in den fünf größten EU-Märkten gut 300.000 Diesel-Pkw weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum.

© Panthermedia.net Philip Lange

Diesel am absteigenden Ast: Im bisherigen Jahresverlauf wurden allein in den fünf größten EU-Märkten gut 300.000 Diesel-Pkw weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Redaktion 24.05.2018

EU-Neuwagenmarkt im 10-Jahres-Hoch

Im April stieg die Zahl der verkauften Neuwagen in der EU um rund zehn Prozent; für das Gesamtjahr erwarten die Unternehmensberater von EY dennoch nur ein Plus von ein Prozent.


WIEN. Der Absatz von Neuwagen schnellte in der EU im April um fast zehn Prozent nach oben und erreichte mit 1,3 Mio. verkauften Pkw den höchsten Stand seit zehn Jahren. Dabei spielten laut Einschätzung der Unternehmensberatung EY allerdings auch Kalendereffekte eine Rolle: Da die Osterfeiertage in diesem Jahr teilweise in den März fielen, hatte der April in den meisten Märkten zwei Verkaufstage mehr als im Vorjahr. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Neuwagenabsatz in der EU um knapp drei Prozent zu.

Wachstumstreiber waren von den größeren Märkten im April vor allem die Niederlande, Polen und Spanien mit jeweils zweistelligen Wachstumsraten; auch Österreich entwickelte sich mit einer Wachstumsrate von über fünf Prozent gut.

„Der Neuwagenmarkt ist in den meisten europäischen Ländern derzeit in guter Form. Trotzdem ist das tatsächliche Wachstum schwächer, als es die April-Zahlen vermuten lassen, da Kalendereffekte das Bild verzerren“, beobachtet Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich. „Immerhin ist die Konjunkturerholung zumindest in Kontinentaleuropa weiter robust, die Beschäftigung steigt, und in einigen Ländern besteht nach wie vor Nachholbedarf nach der tiefen Krise der Jahre 2012 und 2013.“

Dennoch dürfte laut Schwartz in diesem Jahr insgesamt nur ein Absatzwachstum von einem Prozent möglich sein: „Die großen Märkte entwickeln sich sehr heterogen: Deutschland und Frankreich wachsen solide, während Italien inzwischen stagniert und Großbritannien kräftige Einbußen verzeichnet. Das Wachstum verliert derzeit spürbar an Dynamik.“

Im April verstärkte sich der Negativtrend beim Absatz von Diesel-Neuwagen weiter: In den fünf größten Absatzmärkten – Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien – sank der Anteil von Dieselfahrzeugen am Gesamtabsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat von 47,4 auf 38,1% – ein Rückgang um 9,3 Prozent und damit das stärkste Minus seit Ausbruch der Dieselkrise im Spätsommer 2015. Auch in Österreich gab es einen massiven Rückgang von 50,1% auf 39,9%. (jz)

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