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EU-Neuwagenmarkt weiter im Rückwärtsgang © EY Österreich

Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich.

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Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich.

Redaktion 26.09.2019

EU-Neuwagenmarkt weiter im Rückwärtsgang

Der Pkw-Absatz in der EU ging im August um acht Prozent zurück – dabei verhinderte die hohe Zahl von Eigenzulassungen einen noch stärkeren Abschwung.

WIEN. Der Abwärtstrend auf dem europäischen Neuwagenmarkt hält an: Im August sanken die Neuzulassungen EU-weit um acht Prozent, einige wichtige Märkte wie Polen, Belgien, Frankreich oder Spanien verzeichneten sogar Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich und auch der österreichische Markt schrumpfte im August um 13 Prozent.

Die auf den ersten Blick schwache Entwicklung im August dürfte allerdings in erster Linie auf das sehr hohe Absatzniveau im Vorjahr zurückzuführen sein, als im Vorfeld der WLTP-Umstellung einige Hersteller in großem Stil nicht-WLTP-zertifizierte Neuwagen in den Markt gedrückt haben, was zu einem Neuzulassungsboom führte. Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich, bezeichnet den Rückgang im vergangenen Monat als relativ moderat: „Vor dem Hintergrund des sehr hohen Vorjahresniveaus wäre ein noch stärkerer Rückgang zu erwarten gewesen. Allerdings scheinen die Hersteller und Händler zumindest in einigen Märkten die Neuzulassungen mit einer großen Zahl von Eigenzulassungen in die Höhe getrieben zu haben.“ So wurde im August in Deutschland knapp jeder vierte Neuwagen (23,4%) auf einen Händler zugelassen – im Juli lag der Anteil nur bei 16,7%. In Italien sorgte ein Anstieg der Eigenzulassungen um 13 Prozent dafür, dass die Neuzulassungen insgesamt nur um 3,5 Prozent schrumpften.

Derzeit falle es schwer, eine belastbare Prognose für den weiteren Jahresverlauf abzugeben, sagt Schwartz: „Es ist unklar, in welchem Umfang die nächste Stufe des WLTP-Prüfzyklus, die am  1. September dieses Jahres in Kraft trat, zu erneuten Verzerrungen in Form vorgezogener Neuzulassungen oder hoher Rabatte geführt hat. Ebenfalls nicht klar ist, ob es in den kommenden Monaten zu Engpässen bei der Verfügbarkeit zertifizierter Neuwagen kommen wird. Beides könnte für Einbußen im weiteren Jahresverlauf sorgen.“ Hinzu komme die unsichere politische und konjunkturelle Lage in Europa: „Einige Länder befinden sich am Rande oder mitten in einer Rezession, zudem sorgt die Brexit-Debatte für erhebliche Verunsicherung, sodass in den kommenden Monaten unterm Strich kaum positive Impulse für den Neuwagenmarkt in der EU zu erwarten sind. (jz)

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