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Europas Automarkt wird weiter wachsen © panthermedia.net/efired
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04.03.2016

Europas Automarkt wird weiter wachsen

Nach dem Plus von 9,1 Prozent in 2015 dürften die Pkw-Neuzulassungen in Europa heuer um drei Prozent ­steigen. Der Kreditversicherer Prisma sieht trotzdem große Herausforderungen auf die Branche zukommen.

WIEN. Die internationale Automobilindustrie hat sich 2015 insbesondere in Nordamerika und Europa positiv entwickelt, trotzdem steht die Branche laut dem Kreditversicherer Prisma vor großen Herausforderungen. So drücke Volkswagens Abgas-Skandal auf den Markt, zudem befänden sich wichtige Abnehmermärkte wie Brasilien und Russland weiter in einer tiefen Rezession und werden auch 2016 eine schwächelnde Kaufkraft aufweisen. Auf Basis einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes dürften die Verkäufe in Russland um minus neun Prozent und in Brasilien um minus sieben Prozent zurückgehen, in Europa sollen die Neuzulassungen nach einem Plus von neun Prozent im Vorjahr heuer um 3 Prozent zulegen.

Gute Prognose für AUT-Zulieferer

Höhere Umweltrestriktionen führen laut Prisma zudem zu höheren Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten die Autobauer maßgeschneiderte Angebote für jeden Markt entwickeln, günstige Modelle für Märkte wie Indien, SUVs für die USA und Mittel- und Oberklassewagen für alle Märkte. Vor allem die Premium-Angebote der Automobilhersteller werden dabei entscheidend für deren Profitabilität sein.

Entscheidend für die Entwicklung der heimischen Zulieferbetriebe ist weiterhin vor allem die Performance der deutschen Autobauer und im Speziellen der Produktion in Deutschland, die Prisma weiterhin positiv sieht. So dürften sich die Fertigungszahlen auch 2016 auf dem hohen Niveau von 5,7 Mio. Einheiten einpendeln.
Zudem würden die österreichischen Zulieferer von der weiterhin hohen Zahl an Neuzulassungen in Europa, den USA und Asien sowie den tiefen Rohstoff- und Energiepreisen profitieren.

Zahlreiche Auftraggeber

Negative Auswirkungen des Abgas-Skandals seien laut Ludwig Mertens, Markenvorstand von Prisma, nicht spürbar. Derzeit gäbe es weder Auswirkungen auf den Preis, noch auf die Produktionsmengen. „Die Verträge laufen in der Regel über mehrere Jahre mit einer festen Bandbreite von Abnehmern. Auswirkungen wären daher auch frühestens in einem Jahr spürbar”, so Mertens.

Österreich habe zudem eine gute Verteilung bei den Aufträgen unter den Erstausrüstern (sogenannte OEM, Original Equipment Manufacturer). Diese sind aus Deutschland Volkswagen, BMW und Mercedes mit allen ihren Marken, aus Frankreich Renault und Peugeot/Citroen sowie aus Italien Fiat.
Der Kreditversicherer Prisma ist eine Marke der Acredia Versicherung AG und diese ist wiederum ein Tochterunternehmen der Oesterreichischen Kontrollbank AG, die 51 Prozent der Anteile hält, sowie der Euler Hermes AG (49 Prozent) in Hamburg. (red)

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