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FCA & PSA-Fusion soll noch heuer kommen © Auto-Medienportal.Net/FCA
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FCA & PSA-Fusion soll noch heuer kommen

Fiat Chrysler will mit Peugeot zum viertgrößten Hersteller der Welt verschmelzen – keine Werksschließungen geplant.

WIEN. Lange wurde darüber spekuliert, nun scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die zwei Autoriesen Fiat Chrysler (FCA) und Peugeot (PSA) gemeinsame Sache machen. Laut einem internen und anschließend auf den Websiten der Hersteller veröffentlichten Schreiben rechnen die beiden Unternehmen mit einer Einigung „noch vor Weihnachten”.

„Wir machen große Fortschritte”, so FCA-Chefverhandler Doung Ostermann. Für PSA-Verhandlungsführer Olivier Bourges ist der Zusammenschluss eine „einmalige Chance, zur Förderung der globalen Entwicklung der beiden Konzerne.”

Werksschließungen möglich?

PSA und FCA wollen mit der Fusion nach Volkswagen, Toyota und Renault-Nissan zum viertgrößten Autokonzern der Welt verschmelzen. Das Ergebnis wäre eine Gruppe mit mehr als 400.000 Beschäftigten und Hunderten von Fabriken weltweit. Laut Berechnungen von LMC Automotive weisen diese eine Produktionskapazität von 14 Mio. Fahrzeugen aus, sind aktuell aber mit 8,7 Mio. Fahrzeugen nur zu rund 60% ausgelastet.

Werksschließungen sollen nach Auskunft der Unternehmen aktuell trotzdem kein Thema sein. Analysten zufolge dürften allerdings vor allem Standorte in Europa gefährdet sein, wo es seit Jahren enorme Überkapazitäten gebe und sich die im neuen Konzern produzierte Marken überlappen.
„Der Druck auf die Werke wird in den nächsten Jahren steigen”, ist Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach überzeugt. „Wenn die Verträge erstmal unterzeichnet sind, wird Carlos Tavares auf diese Tatsache hinweisen.” Der Autoexperte glaubt, dass der als harter Sanierer bekannte Peugeot-Chef, der auch den gemeinsamen Konzern leiten soll, das Produktionsnetzwerk trimmen wird.

Klage von General Motors

Für Unsicherheit bei den Fusionsgesprächen sorgt eine von General Motors (GM) vor wenigen Tagen eingereichte Klage wegen angeblicher Bestechung von Gewerkschaften. Demnach habe sich FCA noch unter der Ägide des inzwischen verstorbenen Ex-Konzernchefs Sergio Marchionne bei Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft United Auto Workers einen unfairen Vorteil verschafft und durch ein „System illegaler Machenschaften” niedrigere Löhne zahlen und mehr Zeitarbeitskräfte einsetzen können als GM.

Fiat Chrysler erklärte, es dränge sich der Verdacht auf, die Klage solle die Fusion mit den Franzosen torpedieren, nachdem GM selbst vor einigen Jahren eine mögliche Fusion mit Fiat Chrysler abgelehnt hatte. FCA-Chairman John Elkann zeigte sich daher demonstrativ gelassen. „Die Vorwürfe sind völlig unbegründet”, so Elkann. „Ich mache mir keine Sorgen.”

Bestriebsrat sagt „Ja”

Breite Zustimmung zu den Fusionsplänen kommt währenddessen vom Europäischen Betriebsrat von PSA, der den möglichen Zusammengang bereits gebilligt hat. Die 28 Vertreter der rund 150.000 Mitarbeiter von Peugeot, Citroen, DS, Opel und Vauxhall in Europa stimmten den Plänen „mit sehr großer Mehrheit zu”. (red)

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