AUTOMOTIVE BUSINESS
Gebrauchtwagenmarkt als „Chipmangel-Profiteur“ © Panthermedia.net Stocksolutions

Vor der Chipkrise standen Fahrzeuge 70 bis 80 Tage am Hof des Händlers, nun finden sie deutlich schneller einen Käufer.

© Panthermedia.net Stocksolutions

Vor der Chipkrise standen Fahrzeuge 70 bis 80 Tage am Hof des Händlers, nun finden sie deutlich schneller einen Käufer.

Jürgen Zacharias 24.09.2021

Gebrauchtwagenmarkt als „Chipmangel-Profiteur“

Aktuelle Autoscout24-Zahlen: Angebotsrückgang von fünf Prozent bei Kleinwägen – gebrauchte Mittelklasse um sechs Prozent teurer.

WIEN. Der weltweite Chipmangel und die daraus resultierenden Produktionsprobleme in der Kfz-Industrie treiben den Gebrauchtwagenmarkt an. „Der Markt für Gebrauchtautos bis 5.000, 6.000 Euro ist wie leergefegt“, so Andre Eckert, Chef von Autoscout24 in Österreich. Gleichzeitig würden Gebrauchtautos länger gefahren, was wiederum die Werkstattpreise anziehen lasse. Eckert erwartet so schnell keine Entspannung. „Die Nachfrage bleibt hoch, das Angebot geht zurück.“

Vor der Chipkrise hätte es durchschnittlich 70 bis 80 Tage gedauert, bis das Auto wieder den Hof des Händlers verließ – diese Zeit habe sich halbiert. Wer sich für einen Neuwagen entscheide, müsse wiederum ein bis eineinhalb Jahre Wartezeit bis zur Auslieferung einkalkulieren.

Den stärksten Angebotsrückgang bei Gebrauchtwagen registriert die Online-Verkaufsplattform Autoscout24 bei Kleinwägen mit knapp minus fünf Prozent. Den höchsten Preisanstieg gab es zuletzt bei der Mittelklasse mit sechs Prozent. Nach Altersklassen betrachtet, ging das Angebot mit fast acht Prozent am massivsten bei den Fahrzeugen von drei bis zehn Jahren zurück.

Ein starkes Anziehen von Angebot und Nachfrage bemerkt Eckert bei Elektrofahrzeugen (inklusive Hybride). Laut einer europaweiten Studie von Autoscout24 erwägt jeder dritte Auto-Interessierte in Österreich aktuell den Kauf eines
E-Autos. Für vier von zehn Österreicherinnen und Österreicher kommt eventuell ein Hybridmodell infrage.

Was die Bedenken gegenüber den E-Autos betrifft zeigt sich, dass der Preis europaweit an erster Stelle steht: 62% der österreichischen und deutschen Befragten waren der Ansicht, es sei teurer, ein E-Auto zu kaufen als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. In den Niederlanden teilen diese Sorge hingegen nur 47%. (jz)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL