AUTOMOTIVE BUSINESS
Gemeinsame Sache machen © Daimler

BMW-Chef Harald Krüger und Daimler-Chef Dieter Zetsche arbeiten nun zusammen.

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BMW-Chef Harald Krüger und Daimler-Chef Dieter Zetsche arbeiten nun zusammen.

Redaktion 28.02.2019

Gemeinsame Sache machen

BMW und Daimler investieren eine Milliarde Euro in Mobilitätsfirma. Die beiden Oberklasse-Anbieter wollen damit Uber & Co Paroli bieten und eine führende Position in Europa einnehmen.

BERLIN. Die deutschen Autobauer BMW und Daimler stecken mehr als eine Mrd. € in ihre gemeinsame Mobilitätsfirma und wollen so digitale Dienstleister wie Uber überholen. Die Konzerne wollen einen weltweit führenden Anbieter für Mobilität schaffen, wie BMW-Chef Harald Krüger vor wenigen Tagen in Berlin sagte.

Die bestehenden Carsharing-, Fahr-, Park- und Ladedienste werden dazu auf einer gemeinsamen Plattform gebündelt. Daimler und BMW hatten im vergangenen Jahr ihre beiden Carsharing-Dienste car2go und DriveNow fusioniert. Damit reagierten die Konzerne auch auf die wachsende Konkurrenz im Carsharing-Markt weltweit.

Im Markt für Mobilitätsservices müsse man sich in den nächsten zwei bis vier Jahren positionieren, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. „Das ist ein Geschäft, in dem Größe zählt. Wir wollen schnell wachsen und natürlich Geld verdienen.“ Insgesamt verzahnen die beiden Konzerne 14 Marken, darunter die Carsharing-Dienste DriveNow und car2go. Weitere Angebote bis hin zu autonomen Autos oder gar Lufttaxis könnten dazukommen.

„Denkbar sind dabei auch Kooperationen mit anderen Anbietern sowie Akquisitionen von Start-ups oder etablierten Playern“, sagte Daimler-Chef Zetsche. Im Moment gebe es dafür zwar keine konkreten Pläne oder Ziele, aber „das kann sich schon nächste Woche ändern“. Die beiden Oberklasse-Autobauer wollen wie viele andere Hersteller weg vom reinen Verkauf von Fahrzeugen hin zu Dienstleistungen rund um die Mobilität, ehe diese Felder komplett von Tech-Anbietern wie Uber oder Lyft besetzt werden. BMW und Daimler gehen davon aus, dass sich nur große Anbieter durchsetzen können - und sehen sich mit bereits 60 Millionen Kunden gut gerüstet.

„Bei Mobilitätsdiensten geht es um Technologieführerschaft und um Tempo“, sagte BMW-Chef Krüger. Gemeinsam seien die beiden bisher konkurrierenden Anbieter schlagkräftiger. Bei ihren Carsharing-Firmen haben Daimler und BMW bereits die Erfahrung gemacht, dass Kunden im Alltag nicht unbedingt einen bestimmten Anbieter buchen, sondern das nächstgelegene Fahrzeug. Die gemeinsame Plattform solle eine nahtlose Mobilität bieten, sagte Krüger. „Wir wollen weitere Verkehrsmittel anbinden.“ Auch weitere Investitionen sind geplant. Details nannten die Unternehmen nicht. Auch zur geplanten Rendite äußerten sie sich nicht. Die Konzernchefs betonten lediglich, dass das Geschäft profitabel wachsen solle.

BMW-Finanzchef Nicolas Peter sagte, die neue Mobilitätsfirma werde sich zunächst vor allem auf Europa konzentrieren. „Wir haben ganz großes Potenzial, der führende Anbieter in Europa zu werden.“ Auch in Südamerika und in den Vereinigten Staaten sei man bereits mit unterschiedlichen Angeboten am Start. Ob auch China, wo der Fahrdienstleister Didi stark ist, ein lohnenswerter Markt ist, prüfen die Konzerne noch. Das Geschäft mit Mobilitätsservices habe überall regionale Besonderheiten, sagte Peter. „Wir wollen Partnerschaften mit Städten eingehen“, sagte BMW-Chef Krüger. „Wir können ihnen in Zukunft komplette Mobilitätslösungen anbieten.“

Dazu sollen künftig auch vollelektrische und selbstfahrende Flotten gehören, die sich selbstständig aufladen und parken. Diese können dann von Daimler, BMW oder auch von anderen Herstellern stammen, wie Daimler-Chef Zetsche sagte. Teil der gemeinsamen Plattform könnten auch Lufttaxidienste werden. Daimler ist am Start-up Volocopter beteiligt. Trotz der Zusammenarbeit bei Mobilitätsdiensten sehen sich Daimler und BMW beim Verkauf von Autos weiter als Konkurrenten, wie Zetsche sagte. „Das wird sich nicht ändern.“ (jz)

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