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Gewinnrückgang soll Einmalereignis bleiben © AFP Kitamura Toshifumi

Nach einem Gewinn von 15,2 Mrd. Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr plant Toyota für das kommende Jahr einen Ertrag von rund 18 Mrd. Euro.

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Nach einem Gewinn von 15,2 Mrd. Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr plant Toyota für das kommende Jahr einen Ertrag von rund 18 Mrd. Euro.

Redaktion 16.05.2019

Gewinnrückgang soll Einmalereignis bleiben

Nachdem Sondereffekte im vergangenen Jahr den Gewinn schmälerten, will Toyota nun mit Einsparungen dem Nettogewinn wieder auf die Sprünge helfen.

TOKIO. Toyota will nach einem Gewinnrückgang mithilfe von Einsparungen wieder in Fahrt kommen. Der Nettogewinn soll in dem bis Ende März 2020 laufenden Geschäftsjahr um ein Fünftel auf 2,25 Billionen Yen (rund 18 Mrd. Euro) zulegen, wie Japans größter Autobauer vor wenigen Tagen ankündigte. „Wir konnten unsere Kosten zuletzt immer noch nicht ausreichend verbessern“, sagte Finanzvorstand Koji Kobayashi. „Wir müssen daran arbeiten, neue Wege zu finden, um in diesem Jahr Kosten zu sparen.“ Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr war der Gewinn um ein Viertel auf umgerechnet 15,2 Milliarden Euro eingebrochen, weil Toyota Verluste bei Aktienbeständen verbuchte.

Wegen dieses Effekts hatte der Konzern schon vor einigen Monaten eine Gewinnwarnung herausgegeben, allerdings blieb unklar, welche Investments dafür verantwortlich sind. Experten vermuteten damals, dass Kursverluste beim Autobauer Subaru und einem Zulieferer dahinterstecken, an denen der Konzern maßgeblich beteiligt ist. Im Jahr davor hatte Toyota von der Steuerreform in den USA profitiert, wodurch der Rückgang beim Gewinn verstärkt wurde.

Operativ verdiente der weltweit drittgrößte Autobauer im Vergleich zu vielen Konkurrenten dagegen gut: Der Betriebsgewinn kletterte im Geschäftsjahr 2018/19 um 2,8 Prozent auf knapp 20 Mrd. Euro. Der Umsatz legte leicht auf rund 244 Mrd. Euro zu. Während Premiumhersteller wie Daimler und BMW bei den Margen unter Druck stehen, glänzt der Massenhersteller Toyota mit einer stabilen Rendite von 8,2 Prozent.
„Das Geld wird in Japan verdient", sagte Frank Schwope, Autoanalyst der NordLB. Auf dem Heimatmarkt habe Toyota eine Rendite von 10,2 Prozent eingefahren. Dagegen sei die Marge in den USA bei lediglich 1,1 Prozent gelegen. Ein Grund dafür dürften Preisabschläge gewesen sein, mit denen sich Toyota auf dem schrumpfenden Markt gegen Verkaufsrückgänge stemmte. Auch in Europa war die Rendite Schwopes Berechnungen zufolge mit knapp vier Prozent nicht berauschend. In Asien lag sie dagegen bei 8,3 Prozent.

Für das laufende Jahr kündigte das Management um Konzernchef Akio Toyoda einen Anstieg des Betriebsgewinns um 3,3 Prozent auf 20,6 Mrd. Euro an. Beim Absatz erwartet der japanische Vorzeigekonzern einen Zuwachs auf 10,74 (Vorjahr 10,6) Mio. Fahrzeuge. Bereits im zurückliegenden Geschäftsjahr hatten steigende Auslieferungen in China einen Rückgang in den USA wettgemacht; der Umsatz soll dagegen leicht sinken.
Mit dem Sparkurs will Toyota auch Mittel freilegen, um weiter in die Elektromobilität zu investieren. Der Konzern hatte unlängst angekündigt, Autoherstellern und Zulieferern Zugang zu seinen annähernd 24.000 Patenten für Technologien zur Elektrifizierung von Fahrzeugen zu geben. (jz)

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