AUTOMOTIVE BUSINESS
Großaktionär aus Fernost © Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche

© Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche

Redaktion 01.03.2018

Großaktionär aus Fernost

Der chinesische Milliardär Li Shufu steigt mit fast zehn Prozent bei Daimler ein und wird damit beim deutschen Premiumhersteller zum größten Einzelaktionär.

STUTTGART. Der chinesische Investor Li Shufu macht bei Daimler Nägel mit Köpfen: Nachdem über einen Einstieg des Unternehmers bereits spekuliert wurde, ließ Li nun für knapp zehn Prozent der Aktien des deutschen Premiumherstellers rund 7,3 Mrd. € springen – aus dem Stand schwingt sich das Firmenimperium des weltweit umtriebigen Milliardärs damit zum größten Einzelaktionär Daimlers auf. Platzhirsch war bisher der Staatsfonds Kuwaits mit knapp sieben Prozent, nur drei weitere Aktionäre hielten Anteile über der Meldegrenze von drei Prozent.

Der neue Investor sei jedenfalls ein Gewinn für Daimler, meinen Autoexperten wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen: „Geely ist für Daimler fast so etwas wie eine Familie Quandt bei BMW oder Porsche/Piëch bei VW.“ Li sei ein langfristiger, gut berechenbarer Anker-Investor - und ein Stratege, der daran arbeite, einen der wichtigsten Weltkonzerne für Mobilität aufzubauen und gegen die Googles und Amazons in Stellung zu bringen.

Dementsprechend freut man sich auch beim Autobauer auf eine gute Zusammenarbeit: „Wir haben mit Li Shufu einen weiteren langfristig orientierten Investor gewonnen, der von der Innovationsstärke, der Strategie und dem Zukunftspotenzial von Daimler überzeugt ist", so das offizielle Firmenstatement aus Stuttgart. „Es ist mir eine Ehre", sagt wiederum Li Shufu - und verspricht, genau das zu sein: ein Partner mit langfristigen Zielen. „Wir respektieren und schätzen die Kultur, die Werte und die Corporate Governance der Daimler AG.“

Derzeit geht das Management um Vorstandschef Dieter Zetsche einen großen Konzernumbau an - da sollte der Großaktionär schon mitziehen, wenn es klappen soll. Zetsche und Finanzchef Bodo Uebber schwebt eine Holding vor, unter deren Dach drei separate Unternehmen stehen sollen: eines für Pkws und Vans, eines für Lastwagen und Busse, das dritte für Finanzdienstleistungen und neue Mobilitätsdienste. (jz)

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