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Grün, aber noch nicht grün genug © BMW

Dank Elektrofahrzeugen wie seinem iX3 wird BMW als einer von nur wenigen Autoherstellern in den ESG-Fonds gelistet.

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Dank Elektrofahrzeugen wie seinem iX3 wird BMW als einer von nur wenigen Autoherstellern in den ESG-Fonds gelistet.

Jürgen Zacharias 11.06.2021

Grün, aber noch nicht grün genug

Deutsche Autobauer sind trotz ihrer ambitionierten Elektrostrategien noch nicht nachhaltig genug für eine Aufnahme in Nachhaltigkeitsfonds.

BERLIN. BMW wirbt damit, das „grünste Elektroauto der Welt“ zu bauen, VW kündigt Milliardeninvestitionen in Batteriefabriken an, und Daimler will mit seinem Spitzenmodell dem US-Elektroautopionier Tesla Paroli bieten. Mit ihren Elektromobilitäts-Offensiven haben die deutschen Hersteller im Rennen um die Gunst der Investoren seit Beginn des Jahres 2021 Boden gut gemacht. Doch für die Aufnahme in die Nachhaltigkeits-(„ESG“-)Fonds, in die immer mehr Geld fließt, reicht es bei den meisten trotzdem nicht.

Denn hier zählt nicht die Ankündigung, sondern die Umsetzung der Strategie. Und das Label „ESG – Environmental, Social, Governance“ verweist darauf , dass auch weitere Kriterien eine Rolle spielen: gute Unternehmensführung, Umweltschutz auch in der Produktion, der Umgang mit den Beschäftigten und das soziale Engagement.

Als einer der wenigen Autohersteller weltweit wird von den Deutschen immerhin BMW in den ESG-Fonds gelistet. Der Elektroautopionier Tesla scheint nicht auf. „Wenn man sich die Emissionen der Autos ansieht, hat Tesla zu den etablierten Autoherstellern einen Vorteil“, sagt Driss Lembachar, Experte bei der Nachhaltigkeits-Ratingagentur Sustainalytics. In den anderen Bereichen sehe es aber anders aus. Für eine gute ESG-Bewertung reiche es nicht, weil es bei der Produktqualität, dem Umgang mit den Mitarbeitern und beim Thema 'gute Unternehmensführung' hapere.

Deutsche Autobauer schnitten besser bei der Produktqualität und -sicherheit ab, hinkten bei der Elektrifizierung aber hinterher. „Der Streit im Zusammenhang mit wettbewerbswidrigem Verhalten und Geschäftsethik lastet zudem auf den Noten“, sagt Lembachar und meint damit zum Beispiel den Dieselskandal, der insbesondere Volkswagen immer noch nachhängt. Auch Daimler schneidet besser ab als die internationale Konkurrenz, hat aber einen Rückstand gegenüber den anderen beiden deutschen Konkurrenten. „Die Strategie von Mercedes-Benz zur Emissionsreduktion innerhalb der Zulieferkette ist nicht so ambitioniert und klar wie die von BMW oder VW", erläutert ESG-Expertin Katja Filzek. (jz)

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