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Heimische Kfz-Industrie erfolgreich © Panthermedia.net/habrda
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Redaktion 15.02.2018

Heimische Kfz-Industrie erfolgreich

Laut einem Branchenbericht der UniCredit Bank Austria glich die österreichische Kfz-Industrie mit einem guten zweiten Halbjahr 2017 die Produktionseinbußen der ersten Jahreshälfte aus.

WIEN. Österreichs Kfz-Industrie konnte 2017 die Produktionseinbußen der ersten Jahreshälfte kompensieren und das Jahr mit einem Produktionsplus von vorläufig zwei Prozent beenden. Der Branchenumsatz stieg um etwa vier Prozent auf rund 16 Mrd. €. „Angetrieben von den stark gestiegenen Auftragseingängen einzelner Unternehmen und weiterer Nachfragezuwächse vor allem vonseiten deutscher Hersteller, sollte die Kfz-Industrie wieder zum Wachstumsmotor der heimischen Industrie werden“, analysiert UniCredit-Ökonom Günter Wolf.
 
Die Branche hat besonders unter den rückläufigen Absatzzahlen von Dieselfahrzeugen in Europa gelitten. Das Minus, das großteils vom Exportrückgang mit Dieselmotoren von fast zehn Prozent stammt, konnte durch die Exportzuwächse mit Ottomotoren nur zum Teil ausgeglichen werden. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr, wurden 2017 Kfz-Motoren und Motorteile im Wert von 4,8 Mrd. € exportiert, davon Dieselmotoren im Wert von 2,2 Mrd. €. Die höheren Exporteinnahmen wurden mit sonstigen Kfz-Teilen und fertigen Kraftfahrzeugen erzielt, die, hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2017, in Summe rund 11,6 Mrd. € zur österreichischen Exportrechnung beitrugen.
 
Die Aussichten für die Autoindustrie für die nächsten Jahre sind in allen großen westlichen Herstellerländern gedämpft, wobei sich die Zuwächse der Autoproduktion in Westeuropa von durchschnittlich drei Prozent in den letzten vier Jahren auf durchschnittlich ein Prozent im Jahr verringern dürften. Der Verband der deutschen Autoindustrie rechnet für seine Mitgliedsunternehmen zumindest 2018 noch mit einem Produktionsplus von zwei Prozent, die Premiumhersteller zum Teil mit deutlich höheren Wachstumsraten.
 
Entgegen dem westeuropäischen Trend in der Kfz-Erzeugung sollte sich das Branchenwachstum in Österreich 2018 hingegen beschleunigen. Dafür spricht das Naheverhältnis zur relativ erfolgreichen deutschen Branche und vor allem das sehr hohe Beschäftigungsplus von 11,5 Prozent im Jahr 2017 auf rund 36.000 Beschäftigte zu Jahresende. Die stark gestiegene Zahl neuer Arbeitsplätze ist vor allem dem Kapazitätsausbau einzelner Unternehmen geschuldet und ein Hinweis auf gefüllte Auftragsbücher sowie einen bevorstehenden Produktionsanstieg in der Pkw-Erzeugung. Die Kfz-Industrie sollte 2018 wieder ihre Wachstumsvorreiterrolle in der Industrie übernehmen. (jz)

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