AUTOMOTIVE BUSINESS
Im Sog des Booms © APA / AFP / Patrick T. Fallon

Aktuell fährt rund jedes dritte Elektroauto weltweit mit Batteriezellen aus dem Hause CATL.

© APA / AFP / Patrick T. Fallon

Aktuell fährt rund jedes dritte Elektroauto weltweit mit Batteriezellen aus dem Hause CATL.

Redaktion 02.09.2022

Im Sog des Booms

China: Batteriezellenhersteller CATL legt beim Umsatz deutlich zu und will mit neuer Technologie Marktanteile gewinnen.

SHANGHAI. Die stark steigende Nachfrage nach Elektroautos treibt die Erlöse des weltweit führenden Batteriezellen-Herstellers CATL in lichte Höhen. Nach Reuters-Berechnungen auf Basis aktueller Firmenangaben verdiente das Unternehmen im zweiten Quartal mit umgerechnet 980 Mio. € um 164% mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz des Tesla-, Volkswagen- und BMW-Lieferanten schnellte von 3,7 auf 9,4 Mrd. € nach oben.

Weiter hohe Nachfrage

Zwar hätten ein Corona-Ausbruch und Lockdowns in mehreren chinesischen Städten laut einem CATL-Sprecher Auswirkungen auf den Heimatmarkt gehabt. Die Nachfrage sei aber auch dank staatlicher Kaufanreize anhaltend hoch.

CATL profitiert davon, dass die Autobauer zwar wegen des anhaltenden Chipmangels ihre Produktion drosseln, Elektroautos aber davon weitgehend ausgenommen sind. Allein in China schnellte der Verkauf von Elektroautos im ersten Halbjahr um 120% nach oben, während der Autoabsatz insgesamt um 6,6 Prozent zurückging. Auch in Europa stieg der Anteil von Elektroautos am Absatz zuletzt deutlich an.

Neues Werk in Ungarn

Nach Berechnungen des Analysehauses SNE Research stammt derzeit rund jede dritte Batteriezelle für Elektroautos weltweit von CATL. Die Chinesen konnten damit ihren Marktanteil binnen Jahresfrist um 6,2 Prozentpunkte ausbauen. Nummer zwei ist der südkoreanische Hersteller LG Energy Solution mit 14,4%.

CATL hatte zuletzt angekündigt, für bis zu 7,3 Mrd. € eine Batteriefabrik mit einer Kapazität von 100 Gigawattstunden im ungarischen Debrecen zu bauen. Der Baubeginn des dann größten Batteriezellenwerks in Europa sei noch für heuer geplant, hieß es. Es ist das zweite CATL-Werk in Europa nach einer Anlage in Deutschland. Von Ungarn aus soll dann auch Mercedes-Benz beliefert werden.

Neue Technologie angekündigt

Zudem will das Unternehmen mit neuen Materialien die Reichweite seiner Batterien deutlich erhöhen. Mit einer neuen Technologie namens M3P könne die Energiedichte im Vergleich zu herkömmlichen Eisenphosphatbatterien um zehn bis 20% erhöht werden, sagte Verwaltungsratschef Zeng Yuqun.

Zusammen mit weiteren Verbesserungen der Batterie solle dies die Reichweite von Elektrofahrzeugen auf bis zu 700 km pro Ladung erhöhen, sagte der Firmengründer, der auch unter dem Namen Robin Zeng bekannt ist.
Die neuen Batterien sollen zudem billiger sein als bisherige Energiespeicher auf Basis von Nickel und Kobalt. Welche Materialien M3P im Detail enthalten soll und wann die Massenfertigung dieses Batterietyps beginnen soll, sagte Zeng nicht. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL