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Kaum Markterholung zu spüren © panthermedia.net/xload

Bei reinen Elektroautos betrug der Marktanteil im Mai in Österreich zwölf Prozent, bei Plug-in-Hybriden lag der Marktanteil bei 6,7 Prozent.

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Bei reinen Elektroautos betrug der Marktanteil im Mai in Österreich zwölf Prozent, bei Plug-in-Hybriden lag der Marktanteil bei 6,7 Prozent.

Jürgen Zacharias 25.06.2021

Kaum Markterholung zu spüren

Der Neuwagenmarkt entwickelt sich in Europa besser als im Vorjahr, liegt allerdings weit hinter dem Niveau von 2019. Deutlich besser als zuletzt verkaufen sich Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride.

WIEN. Der EU-Neuwagenmarkt erzielte im Mai mit einem Plus von 53% wieder ein sehr starkes Wachstum – im Vergleich zum Mai 2019 ergibt sich allerdings dennoch ein deutliches Minus von 27%. Das entspricht auch der Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf, in dem der Absatz um 24% niedriger als im Vergleichszeitraum 2019 liegt.

„Es ist nicht verwunderlich, dass sich der Automarkt besser entwickelt als im vergangenen Jahr, als europaweit Lockdown-Maßnahmen und geschlossene Autohäuser und Zulassungsstellen das Bild beherrschten“, sagt Gerhard Schwartz, Leiter Industrial Products bei EY Österreich. „Beunruhigend ist allerdings, dass wir immer noch weit unter dem Niveau von 2019 liegen. Nach wie vor ist die erhoffte, echte Erholung auf dem EU-Neuwagenmarkt nicht in Sicht“, so der Automobilexperte weiter. „Zwar gewinnt die Konjunktur an Fahrt. Und auch die europaweit stark sinkenden Infektionszahlen geben Anlass zur Hoffnung. Allerdings führt der Mangel an Halbleitern inzwischen zu so erheblichen Produktions- und Absatzeinbußen, dass es immer wahrscheinlicher wird, dass der Neuwagenmarkt im Gesamtjahr 2021 erheblich unter dem Vorkrisenniveau liegen wird. Die Nachholeffekte dürften dann erst im Jahr 2022 sichtbar werden.“

„Derzeit müssen Kundinnen und Kunden teils sehr lange auf bestellte Neuwagen warten“, sagt Schwartz, „und nach wie vor belastet die unklare Entwicklung der Pandemie das Geschäft – die Kauflust bleibt zurückhaltend, obwohl viele Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise aufgrund ausgefallener Urlaubsreisen im vergangenen Jahr heute relativ viel Geld auf der hohen Kante haben.“

Eine weiterhin starke Entwicklung bescheinigt der EY-Experte Elektroautos und Plug-in-Hybriden, ihr Marktanteil betrug in den fünf größten Märkten Westeuropas (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) im Mai 15,7% (April: 14,3%). Zum Vergleich: Im Mai 2020 hatte der Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge bei gerade einmal 6,4 Prozent gelegen. Deutschland weist demnach derzeit mit 23,4% den höchsten Marktanteil unter den Top-5-Märkten auf, gefolgt von Frankreich (17,3%). In Spanien waren hingegen im Mai nur 6,6 Prozent der Neuwagen Plug-in-Hybride oder Elektroautos. In Österreich entwickelte sich der Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen im Mai mit 18,7% beinahe auf dem Niveau der deutschen Nachbarn. „Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen sich inzwischen in einigen Märkten wie warme Semmeln“, beobachtet Schwartz. „Die Nachfrage ist enorm – sie wird allerdings auch künstlich hochgehalten mit Steuervorteilen oder Kaufprämien." (jz)

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