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Mehrphasen-Ausbildung zahlt sich aus © ÖAMTC Fahrtechnik Christian Houdek

Absolventen von Pkw-Trainings gaben unter anderem an, nach dem Training besser bremsen zu können.

© ÖAMTC Fahrtechnik Christian Houdek

Absolventen von Pkw-Trainings gaben unter anderem an, nach dem Training besser bremsen zu können.

Redaktion 26.04.2018

Mehrphasen-Ausbildung zahlt sich aus

Eine aktuelle ÖAMTC-Studie belegt die Wirkung der Mehrphasenausbildung – Unfälle mit Beteiligung junger Lenker gehen überdurchschnittlich stark zurück.

WIEN. Seit 15 Jahren müssen Führerscheinneulinge eine mehrstufige Ausbildung inklusive Fahrsicherheitstraining absolvieren. Die Maßnahme wirkt, denn sowohl bei Pkw als auch bei Motorrädern ist die Zahl der tödlich verunglückten jungen Lenker seither deutlich gesunken – bei Pkw um 71% und bei Motorrädern um 31%

Eine vom ÖAMTC in Auftrag gegebene Studie zur Wirkung der Mehrphasenausbildung wurde nun im Rahmen des internationalen Kongresses „Transport Research Arena“ in Wien präsentiert. „Wir haben für diese Studie 4.500 Teilnehmer von Mehrphasentrainings der ÖAMTC-Fahrtechnik befragt. Im Rahmen eines ‚Runden Tischs‘ mit Experten des Verkehrsministeriums wurde zudem vereinbart, weitere Evaluierungen der Mehrphasen-Ausbildung in Auftrag zu geben. So kann zukünftig ein hoher Standard der Trainings und der zweiten Ausbildungsphase gewährleistet werden", erklärt ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold.
 
Im Rahmen der Studie der ÖAMTC-Fahrtechnik gaben Absolventen von Pkw-Trainings am häufigsten an, danach sicherer und vorausschauender zu fahren, mehr Abstand zu halten und besser bremsen zu können. Motorradfahrer haben ihrer eigenen Einschätzung zufolge nach einem Training eine bessere Kurventechnik, eine allgemein sicherere Fahrweise sowie eine bessere Blicktechnik. „Diese Selbsteinschätzung der Führerscheinneulinge deckt sich mit den Beobachtungen unserer Instruktoren“, so Schmerold. Besonders hervorzuheben ist hier die Leistungssteigerung beim Bremsen von Pkw-Lenkern. Zu Beginn des Trainings war nur jeder zweite männliche Fahrer und nur jede fünfte Lenkerin in der Lage, eine Notbremsung durchzuführen. Am Ende konnten das neun von zehn Teilnehmern.
 
Während bei Pkw die Gesamt-Unfallzahlen österreichweit von 2001 bis 2016 um 19% abnahmen, sind Unfälle mit Beteiligung junger Lenker im Alter von 17 bis 24 Jahren im gleichen Zeitraum doppelt so stark zurückgegangen (minus 38%). „Diese Entwicklung macht deutlich, dass die Einführung der Mehrphasenausbildung in Österreich der richtige Schritt war“, so der ÖAMTC-Direktor. Damit die Zahlen in Zukunft noch besser werden, setzt der Klub nun bei Mehrphasenkursen auch Virtual Reality-Technologie ein. „Mit einem Blick durch die VR-Brille haben die Teilnehmer das Gefühl, im Auto hinter dem Lenkrad zu sitzen. Fahranfänger erleben so in sicherer, virtueller Umgebung, wie gefährlich es beispielsweise sein kann, sich während des Autofahrens von seinem Smartphone ablenken zu lassen“, so Schmerold abschließend. (jz)

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