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Mercedes-Benz will mehr Netto vom Brutto © APA/AFP/Patrik Stollarz
© APA/AFP/Patrik Stollarz

Redaktion 16.10.2020

Mercedes-Benz will mehr Netto vom Brutto

Der deutsche Autohersteller will seine Rendite mit höheren Preisen und Einsparungen wieder nach oben treiben.

WIEN. Daimler will bei seiner Pkw-Tochter Mercedes-Benz mit Einsparungen und höheren Verkaufspreisen beim Umschwung zur Elektromobilität profitabel bleiben. „Wir werden die Strukturkosten angehen und wollen eine starke und nachhaltige Profitabilität erreichen”, erklärte Konzern-Chef Ola Källenius, der auch Vorstandschef der Mercedes-Benz AG ist, vor wenigen Tagen im Rahmen der Strategiekonferenz des deutschen Autobauers.

Investitionen in E-Mobilität

Bis 2025 will der zuletzt stark schlingernde Hersteller Fixkosten, Investitionen und Entwicklungsausgaben um mehr als 20% oder rund sechs Mrd. € gegenüber 2019 senken, so Källenius. Zugleich treibt die Marke mit dem Stern den Ausbau ihres Angebots an Elektroautos voran: Bis 2030 sollen mehr als 20 rein batterieelektrische Modelle auf den Markt kommen.

Spezielle Entwicklerteams sollen außerdem dafür sorgen, die Reichweite des Elektroantriebs zu steigern und die Kosten pro Kilowattstunde bis Mitte des Jahrhunderts auf deutlich unter 100 USD (85 €) zu senken. Das wäre ein Niveau, das Experten zufolge bei den Kosten einen Gleichstand mit den noch viel billigeren Autos mit Verbrennungsmotor bringen würde. Man strebe damit mittel- bis langfristig „die führende Position” bei Elektroantrieben und Fahrzeug-Software an, so Källenius.

Absatzerfolge besser nutzen

Deutlicher als bisher setzte sich Källenius, der seit Mai 2019 an der Spitze des Konzerns steht, von seinem Vorgänger Dieter Zetsche ab. Mercedes habe vieles richtig gemacht und die Position als weltweit führende Premiummarke mit der höchsten Verkaufszahl errungen, so der Mercedes-Chef. Doch der Absatzerfolg, den Mercedes auch dank der weniger rentablen Kompaktwagen erzielte, sei nicht genug in Gewinn umgemünzt worden.

Der 51-jährige Schwede setzt deshalb stärker auf Klasse statt Masse: „Wir wollen kein Wettbewerber der Volumenhersteller werden”, erklärte Källenius. „Wir steigen aus dem Kompaktsegment nicht aus, aber wir werden wählerischer.” Konsequenz davon: „Die vielleicht 100.000 oder 200.000 Autos, die sich nicht lohnen, werden in Zukunft abgeschnitten.”
Auch für Finanzchef Harald Wilhelm steht nun vor allem die Marge im Vordergrund. Das Unternehmen müsse auch in sonnigen Marktphasen die Kosten im Zaum halten, um dann auch in stürmischen Zeiten profitabel zu sein, betonte Wilhelm.

Umsatzrendite steigern

Die Schwaben wollen die operative Rendite von zuletzt „nur” dreieinhalb Prozent auch mit höheren Preisen und mehr wiederkehrenden Umsätzen mit digitalen Diensten wieder nach oben schrauben.

Bis 2025 strebe Mercedes eine Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent an, ergänzte Wilhelm; in besonders guten Zeiten mit einem Jahresabsatz von etwa 2,5 Mio. Fahrzeugen hält er auch mehr als zehn Prozent Umsatzrendite für möglich.

Geringfügiger Rückgang

Abschließend gab Källenius auch noch einen Ausblick auf die Zukunft des Automarkts. „Ich erwarte, dass der Markt 2021 auf ein normales Niveau auf Jahresbasis zurückkehrt”, sagte der Mercedes-Manager. Für heuer rechnet er mit einem Absatz von zumindest zwei Mio. Fahrzeugen, im vergangenen Jahr konnten 2,3 Mio. Fahrzeuge losgeschlagen werden.

Wie viele Arbeitsplätze im Zuge der Neuausrichtung abgebaut werden sollen, bezifferte das Management erneut nicht; hier wird über den Abbau von 20.000 bis 30.000 der weltweit rund 300.000 Stellen spekuliert. (red)

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