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Mercedes fährt nun selbst © Mercedes

Im Fall einer Störung bleibt das Fahrzeug aufgrund seines redundanten Systemaufbaus manövrierfähig, und der Fahrer kann wieder das Kommando übernehmen.

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Im Fall einer Störung bleibt das Fahrzeug aufgrund seines redundanten Systemaufbaus manövrierfähig, und der Fahrer kann wieder das Kommando übernehmen.

Redaktion 13.05.2022

Mercedes fährt nun selbst

Als weltweit erster Hersteller bringt Mercedes Technik auf den Markt, die komplett die Fahrkontrolle übernehmen darf – aber nur in wenigen Situationen.

STUTTGART. Mercedes-Benz hat vor wenigen Tagen Details zum Verkaufsstart seines "Drive Pilot" in Deutschland veröffentlicht. Das System für hochautomatisiertes Fahren (SAE-Level 3) wird ab dem 17. Mai 2022 als Sonderausstattung für die S-Klasse für 5.000 € sowie für den EQS für 7.430 € (Fahrassistenz-Paket Plus: 2.430 € und Drive Pilot: 5.000 €) jeweils exklusive Steuer bestellbar sein. Damit ist Mercedes-Benz der weltweit erste Automobilhersteller mit einer international gültigen Zertifizierung für hochautomatisiertes Fahren, der ein solches System ab Werk optional für Fahrzeuge aus der Serienproduktion anbietet.

Drive Pilot ermöglicht es Kunden, bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h die Fahraufgabe unter bestimmten Bedingungen an das System zu übergeben. Nach Aktivierung des Systems regelt es Geschwindigkeit und Abstand und führt das Fahrzeug innerhalb der Spur. Streckenverlauf, auftretende Streckenereignisse und Verkehrszeichen werden ausgewertet und berücksichtigt. Drive Pilot reagiert auch auf unerwartet auftretende Verkehrssituationen und bewältigt diese eigenständig etwa durch Ausweichmanöver innerhalb der Spur oder durch Bremsmanöver.

Das System baut auf der Umfeldsensorik des Fahrassistenz-Pakets auf und umfasst zusätzliche Sensoren, die der Hersteller für einen sicheren Betrieb für unverzichtbar hält. Dazu gehören hauptsächlich Radar, LiDAR und Kameras, aber auch Ultraschall- oder Nässesensoren liefern wertvolle Daten.

„Mit Drive Pilot haben wir eine innovative Technologie entwickelt, die dank Redundanzen mit einer Vielzahl an Sensoren einen sicheren Betrieb ermöglicht und dem Kunden das wertvolle Gut ,Zeit‘ zurückgibt“, sagt Britta Seeger, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, verantwortlich für Vertrieb. „In einem ersten Schritt bieten wir diese weltweit führende Technologie in Deutschland in der S-Klasse und dem EQS an. Zugleich wollen wir bis Ende des Jahres auch in den USA die Zertifizierung erhalten.“ (jz)

 

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