AUTOMOTIVE BUSINESS
Mit Echtzeitdaten Diesel sparen © Continental

Nutzfahrzeuge können ihr Fahrverhalten mithilfe des neuen eHorizon frühzeitig an die Verkehrssituation anpassen.

© Continental

Nutzfahrzeuge können ihr Fahrverhalten mithilfe des neuen eHorizon frühzeitig an die Verkehrssituation anpassen.

Redaktion 20.09.2018

Mit Echtzeitdaten Diesel sparen

Premiere auf der Nutzfahrzeug IAA in Hannover: Continental lässt Lkw mit eHorizon in die Zukunft schauen.

HANNOVER. Mit seinem neuen dynamischen eHorizon-System will Continental Fahrer von Nutzfahrzeugen zukünftig in die Lage versetzen, ihre Fahrstrategie anhand von Echtzeitdaten zur Verkehrslage aus der Cloud zu optimieren und im Vergleich zum statischen eHorizon weiteren Kraftstoff zu sparen. Der Zulieferer schätzt, dass mit dem bereits 2012 eingeführten System insgesamt rund 830 Mio. l Diesel oder umgerechnet über eine Mrd. € eingespart werden konnten.

In der dynamischen Variante, die aktuell auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird, sind zukünftig noch einmal bis zu zwei Prozent mehr Kraftstoffersparnis gegenüber der aktuell in Serie befindlichen Technologie möglich. „Der dynamische eHorizon läutet eine neue Ära in der Steuerung von Fahrzeugsystemen ein, weil er Ereignisse berücksichtigt, die gerade erst dort stattfinden, wo sich das Fahrzeug auf seiner Route hinbewegt“, erklärt Michael Ruf, Leiter des Geschäftsbereichs Commercial Vehicles & Aftermarket bei Continental. „Damit trägt die Technologie maßgeblich zu mehr Effizienz von Nutzfahrzeugen bei und schafft zudem eine wichtige Basis für das automatisierte Fahren.“

Die Echtzeitdaten zum Verkehrsfluss werden auf 250 m genau ermittelt und alle 60 Sekunden aktualisiert. In naher Zukunft wird die Genauigkeit des Systems noch weiter erhöht. Continental führt die Daten auf dem eigenen Backend mit den Streckendaten zusammen und sendet sie über das Mobilfunknetz an das Steuergerät des dynamischen eHorizon. Auf diese Weise können Fahrzeuge kilometerweit vorausblicken. Entscheidend für das Erkennen sind die ermittelten Bewegungsdaten der vorausfahrenden Fahrzeuge: Das System gleicht die gefahrene Geschwindigkeit mit den Geschwindigkeiten der Fahrzeuge vor ihm ab. Der dynamische eHorizon verteilt dann die Verkehrsdaten der nächsten Kilometer an die Steuergeräte des Antriebsstranges. Erkennt das System zäh fließenden Verkehr oder Stau, leitet es – nach Befehl des Fahrers – auf Basis prädiktiver Algorithmen ein Ausrollen, Abbremsen oder Herunterschalten ein.

Der Fahrer wird über ein blau blinkendes Leuchtband in der Kabine sowie ein Symbol im Display informiert, dass ein Fahren im Leerlauf vorteilhaft ist. Sobald er den Fuß vom Gas nimmt, startet der sogenannte EcoCoasting-Modus. Ist dieser aktiviert, leuchtet das Band dauerhaft blau. Betätigt der Fahrer das Gas- oder Bremspedal, steuert er das Fahrzeug wieder selbstständig. Die frühzeitige Information spart nicht nur Kraftstoff, sie kann auch Unfälle verhindern, indem sie vor Gefahren wie dem Stauende hinter einer Kurve warnt. Bei der Entwicklung des Sensorsystems arbeitet Continental mit Here Technologies zusammen, einem weltweiten Anbieter von digitalen Karten und standortbezogenen Diensten, der die Kartendaten liefert. Die Echtzeitdaten stammen von Inrix, einem der führenden Unternehmen für mobile Dienste rund um das Auto und die Datenanalyse im Verkehrswesen. (jz)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL