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ÖAMTC gegen Verbote und Steuererhöhungen

Umweltfreundlicherer Verkehr? Der ÖAMTC schlägt sieben konkrete Maßnahmen zur CO2-Reduktion vor.

Umweltfreundlicherer Verkehr? Der ÖAMTC schlägt sieben konkrete Maßnahmen zur CO2-Reduktion vor.

Redaktion 10.10.2019

ÖAMTC gegen Verbote und Steuererhöhungen

Anstelle von Verboten und Steuererhöhungen zur Reduktion der CO2-Emissionen des Verkehrs soll laut dem Autofahrerclub der Biosprit-Anteil von Diesel und Benzin erhöht werden.

WIEN. Verbote und Steuererhöhungen sind nach Ansicht des Autofahrerklubs ÖAMTC nicht der richtige Weg, um den CO2-Ausstoß des Autoverkehrs zu verringern. Besser wäre es, dem Diesel und Benzin mehr Biosprit beizumengen, empfiehlt der ÖAMTC und unterstreicht das mit einer Studie, die er bei der Österreichischen Energieagentur in Auftrag gegeben hat.

Viele Menschen könnten sich ein neues Auto mit alternativem Antrieb nicht leisten, argumentiert Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Fast die Hälfte des österreichischen Pkw-Bestands ist vor 2010 erstzugelassen worden, und fast 70% der Pkw-Flotte seien unter 10.000 € wert. „Maßnahmen zum Klimaschutz dürfen nicht auf dem Rücken der sozial Schwachen umgesetzt werden“, sagte auch ARBÖ-Sprecher Sebastian Obrecht.

Kernstück der Energieagentur-Studie ist ein „Zielpfad“ mit sieben kurz- oder mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen, die nach Ansicht der Studienautoren eine zusätzliche Einsparung von 1,2 bis 1,5 Mio. t CO2 pro Jahr ermöglichen würden. „Damit würde der Verkehr seinen Ausstoß an fossilem CO2 im Jahre 2030 um weitere 5 bis 6,5 Prozent reduzieren“, sagte Wiesinger. Konkret wird unter anderem vorgeschlagen, künftig keinen Diesel mehr ohne Bioanteil zu verkaufen, den Bioethanol-Anteil bei Benzin von fünf auf zehn Prozent zu erhöhen (E10), Biokraftstoffe bei den Flottenzielen zu berücksichtigen, Anreize für die Reinverwendung von Bio-Diesel in geschlossenen Flotten zu schaffen, dem Diesel künftig einen geringen Anteil an palmölfreiem HVO (hydrierte Pflanzenöle) beizumengen und Forschung im Bereich der neuen alternativen Kraftstoffe zu fördern. „Eine Strategie zur spürbaren, schnellen und nachhaltigen Emissionsreduktion muss auch alternative Kraftstoffe berücksichtigen“, so Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Von der künftigen Bundesregierung fordert der ÖAMTC darüber hinaus unter anderem Steuererleichterungen für Unternehmen, die Mitfahrgemeinschaften fördern, die Erlaubnis zum Befahren von Busspuren für Fahrgemeinschaften, einen Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder Maßnahmen zur Förderung von Gasautos. (jz)

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