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ÖAMTC testet Assistenzsysteme © ÖAMTC

Bei der Premiere des neuen Tests wurden zehn Fahrzeuge berücksichtigt – nicht alle überzeugten.

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Bei der Premiere des neuen Tests wurden zehn Fahrzeuge berücksichtigt – nicht alle überzeugten.

Redaktion 08.10.2020

ÖAMTC testet Assistenzsysteme

Der Automobilclub überprüfte gemeinsam mit seinen Partnern die Funktionalität und Praxistauglichkeit moderner Assistenzsysteme in ausgewählten Fahrzeugen – vom Audi Q8 bis zum Volvo V60.

WIEN. Bis zum selbstständig fahrenden Auto ist es noch ein weiter Weg. Eine stetig wachsende Zahl an Assistenzsystemen sorgt aber schon jetzt dafür, dass dem Fahrer mehr und mehr Aufgaben erleichtert oder abgenommen werden. „Entsprechend wichtig ist es, dass die Systeme gut funktionieren – und dass man auch deren Grenzen und Unterschiede kennt“, stellt Max Lang, Experte für Fahrzeugsicherheit beim Mobilitätsclub ÖAMTC, klar. „Schließlich muss der Fahrer nach wie vor jederzeit wachsam sein und die volle Kontrolle behalten.“ Aus diesem Grund haben der ÖAMTC und seine Partner im Crashtest-Konsortium Euro NCAP einen neuen Test entwickelt, der sich voll und ganz den elektronischen Helferlein widmet.

Der Fokus liegt dabei auf zwei Bereichen: „Assistenzkompetenz“ beurteilt das Gleichgewicht zwischen Unterstützung und Einbindung des Fahrers, „Safety Backup“ prüft Ausfallsicherheit und Reaktion eines Assistenzsystems in Notfällen. „Beide Bereiche umfassen mehrere Unterkategorien mit verschiedenen Gewichtungen“, erklärt Lang. Alles zusammen ergibt für jeden Testkandidaten eine Wertung, die entweder „sehr gut“, „gut“, „moderat“ oder „Basisniveau“ lautet. Getestet wird nicht im Labor, sondern anhand von Fahrversuchen auf Teststrecken und Straßen, die gewisse Mindeststandards erfüllen müssen.

Die Testpremiere umfasste zehn Fahrzeuge: Audi Q8, BMW 3er, Ford Kuga, Mercedes GLE, Nissan Juke, Peugeot 2008, Renault Clio, Tesla Model 3, VW Passat und Volvo V60. Mit „sehr gut“ schnitten die Premium-Modelle Audi Q8, BMW 3er und Mercedes GLE ab, deren leistungsstarke und sichere Assistenzsysteme gut funktionieren, ohne dass der Fahrer an eigenständiger Kontrolle einbüßt. „Am anderen Ende des Wertungsspektrums stehen mit Renault Clio und Peugeot 2008 zwei Fahrzeuge, die lediglich die Mindestanforderungen erfüllen. Deren Systeme assistieren dem Fahrer verhältnismäßig wenig, was dazu führt, dass er sich stärker auf die Fahraufgabe konzentrieren muss“, fasst Lang zusammen.

Zwischen diesen Wertungspolen liegen Ford Kuga („gut“), Nissan Juke, Tesla Model 3, VW Passat und Volvo V60 (jeweils „moderat“). Während Ford mit dem Kuga zeigt, dass eine Ausstattung mit guten Assistenzsystemen nicht den Premium-Herstellern vorbehalten ist, muten vor allem die Ergebnisse von Tesla und Volvo enttäuschend an. „Dem V60 merkt man an, dass er schon ein paar Jahre auf dem Markt ist“, sagt Lang. „Der Test zeigt deutlich, wie schnell sich die Technik in diesem Bereich weiterentwickelt hat – was vor ein paar Jahren noch ,State of the Art‘ war, ist heute nur mehr Durchschnitt.“ Das Model 3 von Tesla hingegen ist mit neuester Technik ausgestattet und kann in verschiedenen Bereichen hohe Punkte erzielen. „Allerdings sorgt der ,Autopilot‘ von Tesla dafür, dass der Fahrer nicht so bei der Sache ist, wie es notwendig wäre: Das Fahrzeug erweckt teilweise tatsächlich den Eindruck, vollautomatisch zu fahren. Dafür ist die Technik allerdings noch lange nicht ausgereift genug“, sagt der Fahrzeugsicherheitsexperte des Mobilitätsclubs.

Auch wenn alle Fahrzeuge nach wie vor Luft nach oben haben, zeigt der neue Test des ÖAMTC und seiner Partner, dass der Beitrag, den moderne Assistenzsysteme zur Verkehrssicherheit leisten können, nicht zu unterschätzen ist. Gleichzeitig fordert der Mobilitätsclub, dass die besten und leistungsstärksten Systeme nicht nur teuren Fahrzeugen vorbehalten sein dürfen. „Sicherheit darf keinesfalls eine Preisfrage sein“, hält Lang abschließend fest. (red)

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