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ÖAMTC-Tool vergleicht Gesamtumweltbilanz © Panthermedia.net/Tom Wang
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Redaktion 05.07.2019

ÖAMTC-Tool vergleicht Gesamtumweltbilanz

Von der Produktion bis zum Recycling: Software vergleicht alle Treibhausgas-Emissionen von Pkw-Antriebsarten.

WIEN. Die zukünftige Gestaltung der individuellen Mobilität spielt in Diskussionen rund um den Klimawandel eine große Rolle. Ein Aspekt davon ist die tatsächliche Umweltbilanz unterschiedlicher Antriebsarten über den gesamten Lebens­zyklus eines Fahrzeugs hinweg.

„Dass ein Elektroauto auf der Straße keinerlei Emissionen produziert, ist klar. Ob es jedoch tatsächlich umweltfreundlicher ist als ein Diesel oder Benziner, konnte bisher nicht eindeutig beantwortet werden”, so ÖAMTC-Cheftechniker Thomas Hametner. Mit der Life Cycle- Analyse hat der Mobilitätsclub daher ein Projekt initiiert, das einen Vergleich von Pkw-Antriebsarten – von der Produktion über den Betrieb bis zum Recycling – ermöglicht.

Bessere Vergleichbarkeit

Ein Beispiel: Stellt man verschiedene Antriebsarten eines Autos der Golf-Klasse einander gegenüber, zeigt sich, dass das Elektroauto wegen der aufwendigen Batterie-Produktion mit einem größeren CO2-Rucksack startet. „Mit dem österreichischen Strommix lässt das E-Auto bei zunehmender Betriebsdauer die anderen Antriebsvarianten jedoch hinter sich”, erklärt der ÖAMTC-Experte.

Das bedeutet aber nicht, dass E-Autos generell umweltfreundlicher sind. Stammt der Lade-Strom beispielsweise nicht vorwiegend aus erneuerbaren Energiequellen, kann sich ein ganz anderes Gesamtbild ergeben und ein Verbrennungsmotor die bessere Bilanz haben als ein Elektroauto.
Würde Diesel beispielsweise alternativ aus Hackschnitzeln erzeugt, wäre man damit ebenfalls umweltfreundlicher unterwegs als mit einem E-Auto.
Die Life Cycle-Analyse berücksichtigt alle Antriebsarten. Auch die für die Produktion des Kfz notwendige Energie, die Herstellung des Kraftstoffs sowie eventuelle Verluste beim Transport (z.B. durch undichte Pipelines) fließen ein. Variiert werden können u.a. Fahrleistung, Fahrzeuggewicht, Batteriekapazität und Strom-Mix. „Aus diesen Faktoren werden die klimarelevanten Kohlendioxid-, Methan- und Lachgas-Emissionen ermittelt”, erklärt Hametner die Funktionsweise.

Weiterer Ausbau geplant

In der derzeitigen Entwicklungsstufe können die Emissionen von einzelnen Antriebsarten bestimmt werden – mittelfristig soll die Life Cycle-Analyse aber auch in die Wertung zum Green NCAP, der Umweltbewertung für neue Fahrzeuge, einbezogen werden. Damit wird auch ein Herunterbrechen auf Hersteller und Modell möglich.

Entwickelt wurde das Programm von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft unter Leitung von Gerfried Jungmeier im Auftrag von ÖAMTC, dem deutschen Autofahrerclub ADAC und FIA. (red)

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