AUTOMOTIVE BUSINESS
Ohne geht’s nicht © APA/dpa/Julian Stratenschulte

Vier von fünf Österreichern am Land sitzen täglich oder zumindest mehrmals pro Woche am Steuer eines Autos.

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Vier von fünf Österreichern am Land sitzen täglich oder zumindest mehrmals pro Woche am Steuer eines Autos.

Redaktion 07.02.2020

Ohne geht’s nicht

ÖAMTC-Umfrage: Am Land ist man auf das Auto ­angewiesen, der öffentliche Verkehr wird deutlich weniger genützt.

WIEN/LINZ. Wer am Land lebt, ist auf das Auto angewiesen. Das ist das Ergebnis einer Erhebung unter 3.400 am Land lebenden Österreichern im Auftrag des ÖAMTC, die kürzlich bei einer Pressekonferenz in Linz veröffentlicht wurde. Die Landbewohner setzen demnach für ihre Mobilität vor allem auf den Pkw, es folgen zu Fuß gehen und die Nutzung von Fahrrad und Öffis.

Regelmäßig am Steuer

83 Prozent der Befragten haben in den zwölf Monaten vor der Umfrage den Pkw täglich oder mehrmals pro Woche als Fahrer benützt, 27 Prozent als Beifahrer. Zu Fuß gingen zumindest mehrmals wöchentlich 56 Prozent, das Fahrrad nützten 20 Prozent, zehn Prozent Buslinien und acht Prozent die Bahn.

Die Gründe, warum das Auto genützt wird, sind vielfältig: 51 Prozent nützten den Pkw für den Weg zur Arbeit, 79 Prozent, um zum Facharzt oder ins Krankenhaus zu kommen und je 66 Prozent, um die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit und eine Apotheke zu erreichen.
67 Prozent gaben an, dass das Fahrrad oder das E-Bike für sie keine Rolle spiele, weil sie lieber mit dem Auto fahren, sie keine Lust darauf haben oder körperlich dazu nicht in der Lage sind; 33 Prozent gaben andere Gründe als Desinteresse für ihre Verweigerung an, darunter mit 56 Prozent Nennung, dass die angepeilten Ziele nicht zeitgerecht erreichbar seien.

Schlechte Verbindung

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim öffentlichen Verkehr; dieser spielt für 56 Prozent der Befragten keine Rolle, weil sie lieber mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Unter den 44 Prozent, die ihre Ablehnung detaillierter begründen, verweisen 81 Prozent darauf, dass die direkte Verbindung von A nach B schlecht sei. Für 79 Prozent sind ihre Ziele per Öffi nicht zeitgerecht erreichbar und 76 Prozent beklagen die geringe Taktung.

Öffis hinken hinterher

Gefragt wurde auch nach der Zufriedenheit mit den jeweiligen Mobilitätsarten. Dazu gab es die Skala von 1 bis 6 – sehr zufrieden bis überhaupt nicht zufrieden. Beim Pkw vergaben 93 Prozent die Noten 1, 2 oder 3, beim Fahrrad 90 Prozent, zu Fuß gehen wurde von 85 Prozent positiv bewertet und der öffentliche Verkehr bekam diese Zensuren von 73 Prozent.

Insgesamt schlossen sich 84 Prozent entweder voll und ganz oder zumindest weitgehend der Ansicht „am Land ist man auf das Auto angewiesen, um mobil zu sein” an. Besonders hoch war diese Zustimmung im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark. Weitere 78 Prozent unterstützen stark die Vermutung: „Höhere Kosten für die Nutzung des Pkw treffen das Land.” (red)

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