AUTOMOTIVE BUSINESS
Rosenbauer plant Umsatzverdopplung © Rosenbauer/Florian Stöllinger
© Rosenbauer/Florian Stöllinger

Redaktion 19.08.2022

Rosenbauer plant Umsatzverdopplung

Der oberösterreichische Feuerwehrausstatter will mit Elektrofahrzeugen seine Erlöse bis 2030 deutlich steigern.

LEONDING. Aktuell treiben Materialengpässe infolge der Verwerfungen der internationalen Lieferketten und die hohe Inflation viele Unternehmen in die Verlustzone. So auch den oberösterreichischen Fahrzeugbauer Rosenbauer, der heuer im ersten Halbjahr trotz voller Auftragsbücher einen operativen Abgang von 23,2 Mio. € hinnehmen musste. Allerdings: Der Feuerwehrausstatter blickt trotzdem zuversichtlich in die Zukunft und will noch heuer in die Gewinnzone zurückkehren. In Zukunft will der neue Firmenchef Sebastian Wolf, der seinen Vorgänger Dieter Siegel am 1. August abgelöst hat, vor allem mit Elektrofahrzeugen profitabel wachsen. „Bis 2030 wollen wir 50 Prozent unserer Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verkaufen”, so Wolf.

Gewaltiges Elektro-Potenzial

Siegel gab die Marschrichtung für die kommenden Monate und Jahre vor: „Heuer wollen wir insgesamt zehn Elektrofahrzeuge verumsatzen, 2023 wollen wir dann 40 bauen.” In den USA sei bereits das erste Elektrofahrzeug in Los Angeles verkauft worden; ein weiteres kaufte der Indianerstamm Navajo, der in einem Reservat so groß wie Bayern lebt. Der Rosenbauer-Prototyp „Panther electric” soll dann 2024 vertriebsfertig sein und weitere Absatzmärkte erschließen.

Der Konzernumsatz soll sich im Schlepptau steigender E-Fahrzeug-Absätze bis 2030 auf 2 Mrd. € verdoppeln. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll bis dahin auf 140 Mio. € anwachsen – 2021 hatte sich das operative Ergebnis noch von 57,7 auf 35 Mio. € fast halbiert, heuer im ersten Halbjahr schlug der zuvor bereits erwähnte operative Verlust netto mit 11,7 Mio. € zu Buche. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Betriebsgewinn von 11,8 Mio. € erzielt worden, netto waren es 7,4 Mio. €.

Aufholprozess gestartet

Für heuer peilt Rosenbauer einen Umsatz von 1 Mrd. € an. „Im zweiten Quartal haben wir den Aufholprozess bereits gestartet”, sagte Wolf. Im vierten Quartal gebe es gewöhnlich sehr viele Auslieferungen. Die Situation sei aber „durchaus angespannt, was die Ertragslage betrifft”.

Einen wichtigen Absatzmarkt für die Zukunft sieht Wolf in den USA, das Beschaffungsvolumen liege bei über 6.000 Fahrzeugen jährlich. Schon heuer machten im ersten Halbjahr Verkäufe dort 31% des Gesamtumsatzes von 429,7 Mio. € aus, allerdings waren vor Ort auch die Kosten hoch: Den Kauf der US-Minderheitenanteile, 50%, an der Rosenbauer America ließ sich das Unternehmen rund 70 Mio. € kosten. Die Nettoverschuldung per Ende Juni stieg dadurch im Jahresabstand von 345,3 Mio. auf 428,9 Mio. €.

Gasstopp wäre ein Problem

Auf einen eventuellen Gasstopp hat sich Rosenbauer mit einem verringerten Verbrauch vorbereitet. Dieser sei seit 2020 um rund 35% auf 13.000 MWh reduziert worden. Dazu beigetragen habe beispielsweise der Anschluss ans Fernwärmenetz am Hauptstandort. „Das Problem bei einem Gasstopp wäre nicht im Haus, sondern dass unsere Zulieferer und somit wieder die Lieferketten zum Erliegen kämen”, erklärte Wolf. (red)

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