AUTOMOTIVE BUSINESS
Russland will Automarken Wolga und Pobeda wiederbeleben © Maarten_Wikimedia_CC BY 2.0

Mit alten Modellen will Moskau seinem Automobilmarkt wieder auf die Sprünge helfen.

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Mit alten Modellen will Moskau seinem Automobilmarkt wieder auf die Sprünge helfen.

Jürgen Zacharias 24.06.2022

Russland will Automarken Wolga und Pobeda wiederbeleben

Russlands Autoindustrie leidet unter den westlichen Wirtschaftssanktionen – nun sollen alte Sowjetfahrzeuge ihr Comeback feiern.

MOSKAU / ST. PETERSBURG. Vor dem Hintergrund des weitgehenden Stillstands der russischen Automobilindustrie hat die politische Führung in Moskau verkündet, die Produktion der sowjetischen Automarken Wolga und Pobeda wieder aufnehmen zu wollen. „Wir haben Pläne zur Wiederbelebung der Marken“, sagte Russlands Industrieminister Denis Manturow vor wenigen Tagen beim Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum im Interview mit dem Sender RBC.

Manturow verwies darauf, dass bereits entschieden sei, nach dem Rückzug des französischen Autobauers Renault in dessen Moskauer Werk die Produktion der historischen Marke Moskwitsch wieder aufzunehmen. Moskwitsch-Fahrzeuge wurden in Russland von 1947 (ursprünglich als Kopie des Opel Kadett) bis 1998 gebaut. 2006 wurde das Werk dann für bankrott erklärt und später von Renault übernommen.

Die Automarke Pobeda („Sieg“) von 1946 bis 1958 und dessen Nachfolger Wolga wurden in Nischni Nowgorod vom Autobauer Gaz hergestellt. Wegen der geringen Nachfrage endete die Produktion des letzten Wolga-Modells 2010. Anschließend betätigte sich das Automobilwerk Gaz unter anderem als Montage-Partner für die Herstellung von VW- und Skoda-Modellen. VW hat seine Produktion in Russland im März 2022 stillgelegt. Zuletzt wurde bekannt, dass der deutsche Automobilbauer wegen der Sanktionen gegen Gaz die Montagekooperation einstellen und die Arbeitsplätze in Nischni Nowgorod abbauen will.

Der russische Automarkt erlebt insgesamt eine schwere Krise. Der Verkauf von Neuwagen im Mai ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 80% zurückgegangen. Die meisten Autobauer haben ihre Produktion wegen des sanktionsbedingten Teilemangels eingestellt. (jz)

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