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Schwacher Start © Panthermedia.net/Viktor Cap

Im Jänner wurden in Europa fünf Prozent weniger Pkw zugelassen als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

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Im Jänner wurden in Europa fünf Prozent weniger Pkw zugelassen als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Redaktion 22.02.2019

Schwacher Start

Der EU-Neuwagenmarkt kommt nur langsam auf Touren: Konjunktur- und Brexit-Sorgen dämpfen die Kauflaune.

WIEN. Der europäische Neuwagenmarkt ist schwach ins neue Jahr gestartet – die Neuzulassungen in der EU sanken im Jänner um fünf Prozent. Alle großen Märkte lagen im Minus – zum Teil nur leicht wie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, zum Teil aber auch deutlich wie in Italien und Spanien. Der österreichische Markt entwickelte sich mit einem Absatzrückgang von knapp zwölf Prozent überdurchschnittlich schwach.

Konjunktur eingetrübt

Die aktuellen Absatzrückgänge sind laut Gerhard Schwartz, Partner und Sector Leader Industrial Products bei EY Österreich, auf mehrere Faktoren zurückzuführen: „Nach wie vor sehen wir bei einigen Marken WLTP-bedingte Lieferschwierigkeiten, die offenbar langwieriger sind, als zunächst erwartet. Wenn diese Zertifizierungs- und Lieferschwierigkeiten allerdings behoben sind, wird es voraussichtlich gegenläufige Aufhol­effekte geben.”

Schwartz weiter: „Zudem haben sich die konjunkturellen Aussichten zuletzt deutlich eingetrübt, sodass die generellen Rahmenbedingungen auf dem Neuwagenmarkt längst nicht mehr so günstig sind wie noch vor einem Jahr. In Italien und Großbritannien sind die gewerblichen Neuzulassungen im Jänner beispielsweise um etwa ein Drittel gesunken, was auf eine stark reduzierte Investitionsbereitschaft der Unternehmen schließen lässt.”

Brexit würde sich auswirken

Für Verunsicherung sorge zudem der nahende Brexit, so Schwartz: „Der Brexit-Poker wird vermutlich bis unmittelbar vor dem Austrittstermin anhalten – damit steht noch mehr als ein Monat Ungewissheit und Verunsicherung bevor.

Ein harter Brexit liegt immer noch im Bereich des Möglichen und dürfte erhebliche wirtschaftliche Turbulenzen zur Folge haben. Das würde auch den Neuwagenmarkt treffen.”

Diesel weiter unbeliebt

Fortgesetzt hat sich im Jänner auch der Abwärtstrend beim Absatz von Diesel-Neuwagen: Die Neuzulassungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sanken insgesamt um 19%, nachdem sie im Jahr 2018 bereits um 19% eingebrochen waren – der Absturz setzt sich also ungebremst fort.

In Österreich sank der Diesel-Absatz im Jänner erneut um 17%, nach einem Minus von 20% im Gesamtjahr 2018.
Die sinkende Bedeutung des Diesel-Antriebs habe erhebliche negative Folgen für die CO2-Emissionen der Neuwagenflotte, so Schwartz: „Die sehr ambitionierten Vorgaben der EU werden nur noch durch einen erheblichen Anstieg der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen zu erreichen sein.” (red)

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