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Sicherheits-Plus © ÖAMTC

Auf Nummer sicher Auch mit Fahrrädern können folgenschwere Unfälle ­passieren – jede Sicherheitsverbesserung ist daher zu begrüßen.

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Auf Nummer sicher Auch mit Fahrrädern können folgenschwere Unfälle ­passieren – jede Sicherheitsverbesserung ist daher zu begrüßen.

Redaktion 11.11.2022

Sicherheits-Plus

Aktuelle Untersuchung belegt: Ein ABS verhindert nicht nur bei Autos, sondern auch bei E-Bikes Unfälle.

WIEN. Ein Antiblockiersystem (ABS) verhindert, dass die Räder beim Bremsvorgang blockieren. Beim Auto schon lange etabliert, kommt dieses Prinzip seit einiger Zeit auch bei Motorrädern erfolgreich zum Einsatz. Letzteres ist auch die Basis für das von Bosch entwickelte ABS für E-Bikes und Pedelecs. Mittlerweile wurde die 2. Generation dieses Systems vorgestellt – Grund genug für den Mobilitätsclub und seine Partnerorganisationen, dessen Leistungsfähigkeit zu untersuchen.

Neue Version stark verbessert

Getestet wurde mit einem E-Mountainbike und einem E-Trekking-Rad, jeweils auf Schotter und Asphalt mit unterschiedlicher Griffigkeit und unterschiedlichen Modus-Einstellungen des ABS.

„Grundsätzlich zeigt sich das aktuelle ABS von Bosch gegenüber der Vorgänger-Version stark verbessert, was Ansprechverhalten und Präzision betrifft”, fasst ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl zusammen. „Zusätzlich ist das neue System leichter, kompakter und kann an verschiedene E-Bike-Typen angepasst werden.”

Hohe Verletzungsgefahr

Das Wichtigste sei laut ÖAMTC aber, dass die Tests in allen untersuchten Konstellationen einen Sicherheitsgewinn ergaben: Egal, ob auf Schotter oder Asphalt, auf ebener Strecke oder im Gefälle – blockierende Räder oder gar Überschläge waren nicht zu verzeichnen. „Nur mit nassen Bremsen wurde beim E-Mountainbike mit aktiviertem ABS ein längerer Bremsweg festgestellt als ohne das System. Das wurde dem Hersteller auch so mitgeteilt”, hält der Experte des Mobilitätsclubs fest.

Das Fazit des ÖAMTC-Technikers: „Unsere Untersuchung zeigt deutlich, wie wichtig das ABS gerade für E-Bikes ist. Die mit elektrischer Unterstützung möglichen Geschwindigkeiten, aber auch Gewicht und Bremswirkung sind deutlich höher als bei herkömmlichen Fahrrädern – entsprechend groß ist die Verletzungsgefahr. Das auch, weil Schutzkleidung im Gegensatz zum Motorrad kaum etabliert beziehungsweise nicht vorgeschrieben ist.”

ABS als Lebensretter

Was beim entspannten Fahren meist kein Problem ist, kann in Notsituationen lebensbedrohlich werden: Ist man zu vorsichtig, reicht die Bremswirkung nicht aus, um rechtzeitig zum Stillstand zu kommen – bremst man voll, läuft man Gefahr, die Kontrolle zu verlieren oder sich gar zu überschlagen. Das ABS kann beides verhindern und auf diese Weise tatsächlich zum Lebensretter werden. „Auf Schutzkleidung, speziell einen Helm, sollte man freilich dennoch nicht verzichten”, stellt Kerbl abschließend klar. (red)

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