AUTOMOTIVE BUSINESS
Stimmungsmache © APA/dpa/Annette Riedl

Die Erwartungshaltung der deutschen Automobilindustrie für die kommenden Monate ist sehr getrübt.

© APA/dpa/Annette Riedl

Die Erwartungshaltung der deutschen Automobilindustrie für die kommenden Monate ist sehr getrübt.

Redaktion 13.11.2020

Stimmungsmache

ifo-Umfrage in Deutschland: Trotz besser laufender ­Geschäfte blickt Autoindustrie pessimistischer als zuletzt in die Zukunft.

WIENER NEUDORF. Die deutschen Automobilhersteller und ihre Zulieferer bewerten ihre Geschäftslage einer Umfrage zufolge spürbar besser als zuletzt. Im Oktober stieg der Lage-Indikator auf minus 0,2 Punkte, nach minus 20,4 Punkten im September, wie das Münchner ifo-Institut vor wenigen Tagen mitteilte. Das Tief lag im April bei minus 86,2 Punkten.

„Die Nachfrage nach Autos hat merklich angezogen. Das hat die Stimmung unter den Managern erheblich verbessert”, sagte der ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe.

Gedämpfte Erwartungen

In die Zukunft blickt die Branche aber etwas pessimistischer. So fiel der Index der Erwartungen den vierten Monat in Folge: auf 17,7 Punkte, nach 27,6 Zählern im September. Der außergewöhnlich hohe Auftragsbestand konnte nicht gehalten werden.

Die Kapazitätsauslastung der Branche stieg im Oktober indes deutlich auf 86%, nach 73% im Juli. Die Anzahl an neu zugelassenen Autos sei in Deutschland schon im September um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.
„Dieser Anstieg wird jedoch getrieben durch Elektro- und Hybridautos, von denen die deutschen Hersteller noch nicht so viele auf dem Markt haben”, erklärten die Forscher. „Trotz allgemein guter Lage planen die Automobilhersteller allerdings derzeit einen Personalabbau.”
Die Unternehmen planen zwar, ihre Produktion nach wie vor zu steigern, sind jedoch etwas zurückhaltender als im September.

China-Nachfrage zieht an

Die Dynamik auf den Märkten außerhalb Deutschlands fällt laut ifo in den kommenden Monaten wohl etwas schwächer aus. „Während die europäischen Hauptabnehmerländer Großbritannien, Frankreich, Italien oder Spanien und auch die USA noch immer fest im Griff der CoronaPandemie sind, zieht die Nachfrage nach deutschen Autos in China wieder merklich an”, sagte Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien. (APA)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL