AUTOMOTIVE BUSINESS
Trotz kleiner Absatzdelle kein Kratzer im Lack © AFP/Toyota
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12.02.2016

Trotz kleiner Absatzdelle kein Kratzer im Lack

Toyota weist nach den ersten neun ­Monaten im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 17,5 Milliarden Euro aus.

TOKIO/DETROIT/WOLFSBURG. Es waren letztlich rund 80.000 Fahrzeuge, die Toyota im vergangenen Jahr weniger als noch 2014 verkaufen konnte. Da aber auch die Konkurrenz von Volkswagen und General Motors schwächelte (siehe Grafik rechts), konnten die Japaner damit trotzdem ihre Position als größter Automobilhersteller der Welt verteidigen und das soll – geht es nach den Japanern – auch in den kommenden Jahren gelingen.

Auf Rekordkurs

Nach 10,23 Mio. verkauften Fahrzeugen im Jahr 2014 schlug Toyota im Vorjahr 10,15 Mio. Einheiten los und setzte sich damit deutlich vor der Konkurrenz aus den USA und aus Deutschland die Branchenkrone auf. Finanziell scheint Toyota die Konkurrenz noch deutlicher zu distanzieren; nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs weist der Hersteller einen Rekordgewinn von 2,3 Billionen Yen (17,5 Mrd. Euro) aus – um neun Prozent mehr als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Verantwortlich für das gute Ergebnis sei laut Toyota neben dem schwachen Yen und den niedrigen Benzinpreisen auch die starke Nachfrage der amerikanischen Kunden: Während sich die Verkäufe Toyotas in Japan sowie im restlichen Asien und in Europa rückläufig entwickelten, stiegen in Nordamerika die Neuzulassungen von April bis Dezember um rund 33.000 Fahrzeuge auf 2,1 Mio. Einheiten.
In Folge davon hob Toyota auch seine Prognose für das zum 31. März endende Geschäftsjahr an: Der japanische Hersteller rechnet nun mit einem Nettogewinn von 2,27 statt 2,25 Billionen Yen (17,41 Mrd. Euro statt 17,25 Mrd. Euro) – ein Plus zum Vorjahr von 4,4 Prozent. Mit Blick auf den Umsatz geht Toyota indes unverändert von einem um 1 Prozent verbesserten Ergebnis von 27,5 Billionen Yen (210,86 Mrd. Euro) aus.

Daihatsu-Anteile aufgestockt

Um sein Geschäft im Segment der Klein- und Kompaktwagen und in Schwellenländern wie Indien oder Malaysia zu stärken, will Toyota den japanischen Kleinwagenhersteller Daihatsu komplett übernehmen. Für die Aufstockung seiner Anteile von 51 auf 100 Prozent gibt Toyota umgerechnet knapp 3 Mrd. Euro in Form eigener Aktien aus und bekommt dadurch den vollen Zugriff auf Daihatsu, das im vergangenen Jahr einen Absatzrückgang von 13,3 Prozent hinnehmen musste, und damit deutlich mehr als alle anderen Toyota-­Beteiligungen.

Gespräche über eine Beteiligung führte Toyota Medienberichten zufolge zuletzt auch mit Suzuki. Die beiden Hersteller dementierten den Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei zwar umgehend, eine Kooperation würde laut Experten aber Vorteile für beide Unternehmen bringen.
So könnte Suzuki für Toyota ein wichtiger Türöffner für den stark wachsenden indischen Markt sein (Suzuki ist dort der verkaufsstärkste Hersteller), gleichzeitig aber von Toyotas Know-how bei treibstoffsparenden Motoren profitieren. (red)

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