AUTOMOTIVE BUSINESS
U-förmige Zukunft © Panthermedia.net/Artinun Prekmoung

Wie geht es mit der heimischen Autoindustrie weiter? Eurotax rechnet mit einer langsamen, U-förmigen Erholung des Marktes.

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Wie geht es mit der heimischen Autoindustrie weiter? Eurotax rechnet mit einer langsamen, U-förmigen Erholung des Marktes.

Redaktion 22.05.2020

U-förmige Zukunft

Eurotax hat fünf Szenarien zur wirtschaftlichen Erholung der heimischen Autoindustrie auf ihre Wahrscheinlichkeit untersucht.

WIEN. Nachdem Mitte März die Corona-Pandemie den wirtschaftlichen Alltag in Österreich praktisch zum Stillstand brachte, sind die Schauräume der Autohändler nun wieder geöffnet, die Nachfrage ist jedoch weit entfernt vom Vor-Lockdown-Niveau. Nach drastischen Rückgängen der Pkw-Neuzulassungen im März (-66,7%) und April (-64,9%) lief auch der Mai mit 4.775 Pkw-Neuzulassungen vom 1. bis 10. schwach an, was einem Rückgang von rund 50% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Schwächere Nachfrage

Auf dem Gebrauchtwagen-Markt zeigen sich indes laut einer aktuellen Eurotax-Analyse erste Nachfrage-bedingte Preis-Anpassungen nach unten: Im Vergleich zum Preisniveau von Anfang Februar hat der Preis­index um 0,9% nachgelassen, was auf die geänderte Nachfragesituation zurückzuführen ist. „In den kommenden Wochen ist allerdings von einem stärkeren Minus auszugehen, da voraussichtlich zusätzliche Preisanpassungen aufgrund der zu erwartenden schwächeren Nachfrage durchgeführt werden”, so Robert Madas, Valuation Insights Manager von Eurotax Österreich.

So zeigen etwa die Restwerte in Schweden, wo es keinen Lockdown gab, und in Finnland, wo die Händler in den letzten Wochen geöffnet hatten, einen stärkeren Rückgang des Preis-Index als in Märkten, die härtere Maßnahmen zur Corona-Eindämmung ergriffen hatten.

Fünf Szenarien untersucht

Um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Automobilindustrie einzuschätzen, hat Eurotax fünf mögliche Szenarien zur wirtschaftlichen Erholung im Hinblick auf deren Wahrscheinlichkeit untersucht.

„Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für eine langsame, U-förmige Erholung mit 60 Prozent am höchsten”, so Madas. „Die Gefahr einer tiefen Rezession und langsamen Erholung ist allerdings im Vergleich zu einer früheren Einschätzung größer geworden und wird von uns mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent beziffert.”
Die Wahrscheinlichkeit einer mittelmäßig schnellen, V-förmigen Erholung wird mit zehn Prozent angegeben, eine schnelle V-förmige Erholung und eine sehr tiefen Rezession sind hingegen praktisch auszuschließen.

Langsame Erholung

In Bezug auf die Restwert-Entwicklung wird das Zusammenspiel von zusätzlichen Rabatten und der Nachfrage entscheidend sein. „Wir erwarten in diesem Jahr bis Dezember den deutlichsten Wertverlust in einem Ausmaß von rund -3,8 Prozent gegenüber Anfang März”, so Robert Madas weiter, „mittelfristig ist dann von einer langsamen Erholung der Restwerte auszugehen.” (red)

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