AUTOMOTIVE BUSINESS
Umsatzrückgang © Polytec

Die Geschäfte laufen nicht so gut wie erwartet – Polytec muss im ersten Halbjahr ein kräftiges Minus hinnehmen.

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Die Geschäfte laufen nicht so gut wie erwartet – Polytec muss im ersten Halbjahr ein kräftiges Minus hinnehmen.

Redaktion 20.08.2020

Umsatzrückgang

Polytec-Ergebnis mit Halbjahresminus: Produktionsstopps bei Kunden führten zu fast einem Viertel weniger Umsatz.

HÖRSCHING. Nach einem kleinen Gewinn im ersten Quartal ist das Ergebnis von Automobil­zulieferer Polytec heuer im ­ersten Halbjahr in den roten Bereich gerutscht. Unterm Strich stand ein Verlust von 8,9 Mio. €, wie das Unternehmen mitteilte. In der Vorjahresperiode stand bei den Oberösterreichern dagegen noch ein Gewinn von 10,4 Mio. €.

Produktionsausfälle
Das Unternehmen hat in der ersten Jahreshälfte laut eigenen Angaben massiv unter der Coronakrise und der dadurch wegbrechenden Kundennachfrage gelitten. Man sei „der negativen Wirtschaftsentwicklung aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgesetzt“ gewesen. Da es Produktionsstopps bei Kunden gegeben hatte, musste auch die eigene Produktion an einigen Standorten eingestellt werden.
Betroffen davon war auch ein Werk in Aksaray (Türkei) mit 130 Mitarbeitern, das bereits im ersten Quartal dichtgemacht wurde, nachdem der Lkw-Markt in der Türkei „fast komplett zum Erliegen“ gekommen war. Bis Ende des Jahres soll überdies das Werk im niederländischen Putte mit 190 Stellen zugesperrt werden, sagte ein Polytec-Sprecher: zudem stehe die Schließung eines Werks in Deutschland an, Näheres wolle man aber noch nicht bekanntgeben.

Darüber hinaus werde geprüft, ob noch weitere Werke geschlossen werden müssen, so der Sprecher weiter. Standorte in Österreich seien derzeit nicht betroffen.
Rückgänge in allen Bereichen
Die eingeschränkte Produktion habe den Umsatz in allen drei Marktbereichen belastet, vor allem im April und Mai; im Juni sei es dann aber zu einer leichten Erholung gekommen. Nach sechs Monaten lag der Umsatz insgesamt mit 242,3 Mio. € dennoch um 24,4% unter dem Vorjahr.

Im umsatzstärksten Bereich, Passenger Cars & Light Commercial Vehicles, reduzierte sich der Umsatz um 16,8% (auf 155,7 Mio. €), im Segment Commercial Vehicles ist er um klare 45,7% auf 51,5 Mio. € gefallen und auch im Segment Smart Plastic & Industrial Applications, also im Non-Automotive-Bereich, hat es einen Umsatzrückgang um 9,3 Prozent (auf 35,1 Mio. €) gegeben.

Optimistischer Ausblick
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) fiel um fast zwei Drittel von 33,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 10,7 Mio. €.

Das Management ist jedoch „aufgrund der sich seit Juni schrittweise verbessernden Geschäftsentwicklung für den Verlauf des zweiten Halbjahres vorsichtig optimistisch“, heißt es im Halbjahresbericht. Aus derzeitiger Sicht gehe man von einem Jahresumsatz von rund 520 Mio. € aus. (APA)

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