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Wachstums-Versprechen © APA AFP Christof Stache

Michael Danninger, Head of Product Industries von Capgemini Österreich: „Hersteller können mehr für die Zulieferer tun!“

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Michael Danninger, Head of Product Industries von Capgemini Österreich: „Hersteller können mehr für die Zulieferer tun!“

Redaktion 09.05.2018

Wachstums-Versprechen

Smart Factories als Erfolgsmodell? Eine aktuelle Capgemini-Studie rechnet bei konsequentem Einsatz durch die Hersteller ab 2023 mit Produktivitätszuwächsen im Wert von rund 135 Mrd. Euro jährlich.

WIEN. Die Automobilindustrie kann laut einer aktuellen Capgemini-Studie mit enormen Produktivitätszuwächsen rechnen, wenn sie in Smart Factories investiert und digitale Technologien im gesamten Produktionsprozess einsetzt. In Frankreich, Deutschland und Großbritannien arbeitet die Mehrheit der Autohersteller demnach bereits an der Umsetzung entsprechender Initiativen, erste Ansätze dazu gibt es aber auch bereits in China und Italien.

Aus gutem Grund: Ein Automobilhersteller der globalen Top Ten mit einem Durchschnittsumsatz von 134 Mrd. € und einer operativen Gewinnmarge von sechs Prozent kann laut Capgemini damit rechnen, durch eine vollständige Umsetzung der Smart Factory seinen jährlichen Betriebsgewinn innerhalb von fünf Jahren um rund 4 Mrd. € beziehungsweise sein Wachstum um 50% zu steigern. Die Studie prognostiziert für den Automobilsektor durch Smart Factories in den nächsten fünf Jahren einen durchschnittlichen Produktivitätszuwachs von sieben Prozent. Den entsprechenden Produktivitätszuwachs bei gleichzeitigem Einsatz von digitalen Technologien im gesamten Produktionsprozess schätzt Capgemini auf rund 135 Mrd. € jährlich ab 2023.
 
Insgesamt hat fast die Hälfte der Automobilkonzerne (46%) bereits eine Smart-Factory-Initiative, womit sich die Branche einzig der Industriellen Fertigung (67%) sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie (63%) geschlagen geben muss. Laut der Studie weist die Automobilbranche den höchsten Anteil (49%) aller Unternehmen auf, die mehr als 210 Mio. € in Smart Factories investiert haben. Bis Ende des Jahres 2022, so rechnen die Autohersteller, werden 24% ihrer Werke Smart Factories sein.

Allerdings: 42% der Automobilhersteller sehen sich bislang nicht in der Lage, das volle Potenzial von Smart Factories abzurufen und ringen mit dem Technologiewechsel. Während viele Hersteller (OEMs, 46%) aber bereits erfolgreich mit seinen Smart-Factory-Initiativen ist, trifft dies bei Automobilzulieferern auf weniger als ein Drittel (32%) zu. Die Studie unterstreicht, dass OEMs die Zulieferer stärker bei der Einführung von Smart Factories unterstützen könnten – beispielsweise finanziell oder durch Innovationskooperationen über Start-ups und Akademien. Wenn OEMs und Zulieferer zusammenarbeiten, um Smart-Factory-Prozesse zu entwerfen, können Probleme früh im Produktionsprozess minimiert werden.
 
Michael Danninger, Head of Product Industries von Capgemini Österreich, stellt fest: „Unsere Studie zeigt klar den Enthusiasmus, mit dem Automobilfirmen in Smart Factories investieren und ihr Bewusstsein für die langfristigen Vorteile. Allerdings kann mehr – und dies ist für den österreichischen Markt wesentlich – für die Automobilzulieferer getan werden: durch kollaborative Ansätze mit OEMs, um ihre Smart-Factory-Initiativen zu optimieren.“ Er fügt hinzu: „Die nächsten paar Jahre werden entscheidend sein, da die Hersteller ihre digitale Reife vorantreiben und Ergebnisse forcieren, um ihren wirtschaftlichen Nutzen zu maximieren.“ (jz)

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