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Ziel: Klare Regeln © PantherMedia/Lev Dolgachov

Moderne Autos sammeln jede Menge Daten, die auch für Werkstätten und Versicherungsunternehmen interessant sind.

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Moderne Autos sammeln jede Menge Daten, die auch für Werkstätten und Versicherungsunternehmen interessant sind.

Redaktion 12.01.2018

Ziel: Klare Regeln

Der ÖAMTC fordert klare Regeln für Digitalisierung im Auto: Sensible Daten sollen Eigentum der Fahrzeugnutzer bleiben.

WIEN. Ab Ende März 2018 müssen alle neu genehmigten Pkw-Modelle in der EU mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Dabei handelt es sich um ein passives System, das nur im Notfall aktiv wird. „Neben dem Plus an Sicherheit für alle Verkehrsbeteiligten gibt es unsererseits allerdings auch datenschutzrechtliche Bedenken”, hält der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, Bernhard Wiesinger, fest. „Denn eCall bedeutet auch, dass die Hersteller zusätzliche Informationstechnik in die Autos einbauen müssen. Diese Technologie kann auch für andere Zwecke als den auto­matischen Notruf genutzt werden.”

Daten-Weitergabe

Die meisten Fahrzeughersteller nehmen diese Verpflichtung schon seit längerer Zeit zum Anlass, technisch leistungsfähigere Systeme in ihre Fahrzeuge einzubauen. Die verbauten SIM-Karten sammeln rund um die Uhr Daten.

„Diese werden zum einen im Auto angezeigt; der überwiegende Teil der Daten wird jedoch ohne gesetzliche Grundlage direkt an die Hersteller gesendet”, sagt der ÖAMTC-Interessenvertreter. „Ohne bewusste Kenntnis des Fahrers werden im Stundentakt beispielsweise Informationen über Fahrstrecken, Abstellpositionen des Fahrzeugs oder sogar das Fahrverhalten des Autolenkers übermittelt.”

Chancen und Risiken

Vom Hersteller werden diese Daten oftmals an Vertragswerkstätten oder Versicherungen weitergeleitet, die beispielsweise Wartungserinnerungen aussenden oder auch individuell zugeschnittene Versicherungsangebote erstellen.

Aus Sicht des ÖAMTC birgt der Datentransfer Chancen und Risiken. „Entscheidend ist, dass die Verbraucher detailliert Kenntnis über die Art des Datenaustauschs erhalten und diesem auch aktiv zustimmen”, erläutert Wiesinger. „Fahrzeugbesitzer haben nicht nur einen Anspruch auf Datentransparenz, sie müssen zudem auch frei wählen können, ob und wem welche Daten zur Verfügung gestellt werden”, betont der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Rechte sicherstellen

Von der neuen Regierung fordert der Club daher „klare ­gesetzliche Regeln zur Datenerfassung und -weitergabe” aus dem Auto. Ein möglicher Ansatz wäre – wie vor Kurzem in Deutschland ­vorgeschlagen – ein eigenes Daten­gesetz, das die Rechte der Fahrzeughalter außer Streit stellt. (red)

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