AUTOMOTIVE BUSINESS
Zulieferer dürfen sich über neues Spitzenjahr freuen
Jürgen Zacharias 24.04.2015

Zulieferer dürfen sich über neues Spitzenjahr freuen

Berylls Strategy Advisors Studie der Unternehmensberatung zeigt die Umsatzentwicklung der Zulieferbranche

Demnach konnten die Top 100 Unternehmen der Branche ihre Umsätze 2014 um 11 Prozent steigern.

München. „Selten waren die Automobilindustrie und ihre Zulieferer so gesund wie im abgelaufenen Jahr.” Vor dem Hintergrund der global wachsenden Zulassungszahlen kommt diese Aussage von Tobias Keil, Berater bei Berylls Strategy Advisors und Co-Autor der kürzlich präsentierten Studie „4. Global Top Automotive Suppliers 2014”, nicht überraschend. Und doch unterstreicht sie einmal mehr die positive Entwicklung der Branche in den vergangenen Jahren. „Das fünfte Jahr in Folge haben die Top 100 der Automobilzulieferindustrie wieder alle Rekorde gebrochen”, so Keil. Gegenüber 2013 konnten die 100 größten Zulieferer ihr Umsatzniveau um 11 Prozent steigern, das operative Ergebnis verbesserte sich um 8,1 Prozent des Umsatzes (plus 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr).

Top 20 (fast) unverändert

Weltgrößter Automobilzulieferer blieb der Studie zufolge auch im vergangenen Jahr der Continental-Konzern mit einem Umsatz von 34,5 Mrd. Euro (plus 3,5 Prozent gegenüber 2013), gefolgt von seinem deutschen Konkurrenten Bosch (33,3 Mrd. Euro, plus 8,9 Prozent) und dem austro-kanadischen Zulieferer Magna (30,1 Mrd. Euro, plus 19,1 Prozent). Unter den 20 größten Unternehmen der Branche gab es zwar kleinere Rang-Verschiebungen (Magna konnte etwa den japanischen Zulieferer Denso überholen und US-Zulieferer Delphi rutschte von Rang 14 auf 15 ab), ohne Ausnahme gehören dem Ranking allerdings die selben Firmen an wie noch im Vorjahr. Dahinter kam es laut den Studienautoren aber durch eine Flut an M&A-Aktivitäten zu großen Verschiebungen. „Vor allem die großen amerikanischen Zulieferer haben sich durch Akquisitionen massiv nach vorn gearbeitet”, sagt Jan Danneberg von Berylls. Visteon hat durch den Erwerb von JCI Electronics und das damit verbundene organische Wachstum etwa elf Plätze gutgemacht (von Platz 44 auf Platz 33), und Lear konnte durch den Zukauf von Eagle Ottawa zwei Plätze nach oben rutschen (von Platz 15 auf 13). Auch das Ranking der Unternehmen mit dem größten Umsatzwachstum führen US-Zulieferer an: Nexteer erwirtschaftete 2014 um 41,3 Prozent mehr als 2013 und konnte damit auch den größten Sprung im Ranking von Platz 103 im Jahr 2013 auf Platz 83 hinlegen, Harman konnte seine Umsätze um 39,9 Prozent steigern und Visteon um 33,5 Prozent.

Benteler nun auf Platz 36

Größter rot-weiß-roter Zulieferer ist die Benteler International AG, die im Ranking allerdings von Platz 29 auf Platz 36 zurückfiel. Das ehemals deutsche Unternehmen hat seinen Sitz seit 2010 in Salzburg und konnte seine Umsätze im Geschäftsjahr 2014 um 3,2 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro steigern. Da die Automotive-Sparte allerdings einen leichten Rückgang von 0,7 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro hinnehmen musste, kam es zum Rückfall im Berylls-Ranking. Benteler ist damit einer von nur vier Zulieferern in den Top 100, der im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang (gerechnet werden nur die Automotive-Sparten!) hinnehmen musste – das größte Minus setzte es mit 3,4 Prozent für den französischen Michelin-Konzern.

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