iab Conference Day feiert Premiere
© iab austria/Katharina Schiffl
Martin Andree präsentierte in seiner Keynote Maßnahmen gegen die „Digitalokratie“.
MARKETING & MEDIA Redaktion 01.09.2026

iab Conference Day feiert Premiere

Als Weiterentwicklung des Programmatic Day ging der iab Conference Day erstmals über die Bühne. Martin Andree warnte in seiner Keynote vor dem Abschied von der Demokratie.

WIEN. Nach fünf Jahren als Programmatic Day ist der iab Conference Day am Donnerstag im Hyatt Regency Vienna erstmals als erweitertes Format mit internationaler Beteiligung über die Bühne gegangen. Themen waren unter anderem Medienpolitik, Digital Fairness, Künstliche Intelligenz, Bewegtbildwerbung im Broadcaster-Umfeld sowie Vergütungsmodelle der Zukunft. Als Speaker traten unter anderem Martin Andree (Universität zu Köln), Dimitris Beis und Daniel Knapp (beide IAB Europe) auf.

„Der iab Conference Day behandelt die gesamte Bandbreite der Themen, die die Digitalwirtschaft beschäftigen“, sagte iab-austria-Präsident Hannes Wurzwallner (cptr Austria). Vizepräsidentin Rut Morawetz ergänzte: „Die Weiterentwicklung zum iab Conference Day schafft mehr Vernetzung, Inspiration und Wissen für die Branche.“

Warnung vor der „Digitalokratie“
In seiner Keynote warnte Andree vor einer Verlagerung der Bedrohung der Medienfreiheit von Staaten hin zu digitalen Plattformen. Wenige Digitalgiganten wie YouTube, Google, Facebook, WhatsApp und TikTok konzentrierten den Großteil der Nutzungszeit auf sich und agierten in ihren Bereichen als Monopolisten. „Den Feudalherren gehört das Netz“, so Andree, das freie Internet sei zu einer nahezu leeren Infrastruktur degradiert worden. Als Gegenmaßnahmen schlug der Medienwissenschaftler eine Marktanteilsbegrenzung von 30 Prozent für digitale Medien sowie offene Standards für Plattform-Content vor.

Zum Thema Medienpolitik diskutierten unter anderem Gertraud Auinger-Oberzaucher (Neos), Sigrid Maurer (Die Grünen), Michael Prüwasser (Der Standard) und Matthias Seiringer (ORF-Enterprise) über faire Wettbewerbsbedingungen und die heimische Medienförderung. (red)

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