Immersiver Klang im Fokus
© Raphael Köstl
Lukas Gölles vom Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz.
MARKETING & MEDIA Redaktion 09.06.2026

Immersiver Klang im Fokus

Auf der High End Vienna 2026 standen neue Entwicklungen im Bereich Immersive Audio im Mittelpunkt. Experten sehen Anwendungen in Gaming, Virtual Reality und der Veranstaltungsbranche.

WIEN. Immersive Audio zählt zu den Schwerpunktthemen der Fachmesse High End Vienna 2026, die von 4. bis 7. Juni erstmals im Austria Center Vienna stattgefunden hat. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen für den Einsatz in Gaming, Virtual Reality und Veranstaltungen.

Laut Lukas Gölles vom Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz ermöglichen moderne Technologien zunehmend realistische Klangerlebnisse. Der Grundgedanke von Immersive Audio bestehe darin, Zuhörer akustisch in das Geschehen einzubinden.

„Immersive Audio ist im Grunde genommen schon seit den 70er Jahren mit einfachen Mitteln möglich. Wesentlich ist dabei, dass die Zuhörenden akustisch mittendrin sind statt nur dabei. Die neuen Trends der virtuellen Reality, des Gaming-Bereichs und immersiver Erlebnisse bei Veranstaltungen, erhöhen hier die Ansprüche und pushen die Entwicklungen enorm. Ich empfehle daher, immersive Audio einfach auszuprobieren und keine Angst davor zu haben, denn immersive Audio wird uns in Zukunft immer mehr begleiten“, so Lukas Gölles vom Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz.

Gaming als Innovationstreiber
Im Gaming-Bereich komme Immersive Audio vor allem über Kopfhörer zum Einsatz. Dabei würden individuelle Eigenschaften des Außenohrs berücksichtigt, um Klänge räumlich präziser wahrnehmbar zu machen. Erste Anwendungen ermöglichen laut Gölles bereits die Analyse der Ohrgeometrie mittels Smartphone.

Zudem werde an virtuellen Lautsprechern gearbeitet, die über Kopfhörer den Eindruck realer Klangquellen erzeugen sollen.

„Das heißt, wenn ich vor mir einen Lautsprecher habe und Kopfhörer trage, kann ich das so effizient gestalten, dass ich mir gar nicht mehr sicher bin, ob der Ton von dem Lautsprecher oder vom Kopfhörer kommt“, erklärt Gölles.

Neue Möglichkeiten für Veranstaltungen
Auch im Veranstaltungsbereich gewinnt Immersive Audio laut dem Experten an Bedeutung. Ziel sei es, akustische Eigenschaften unterschiedlicher Räume nachzubilden und auf andere Veranstaltungsorte zu übertragen.

Möglich werde dies unter anderem durch den sogenannten IEM CUBE an der Kunstuniversität Graz. Dabei kommen Lautsprecher und Mikrofone zum Einsatz, um Klangräume digital zu simulieren und die Akustik eines Veranstaltungsortes zu verändern.

Sweet Area als zentraler Faktor
Für den Einsatz immersiver Beschallungssysteme bei Veranstaltungen sei die sogenannte Sweet Area entscheidend. Sie beschreibt jenen Bereich, in dem Zuhörer die räumliche Klangwirkung optimal wahrnehmen können.

Zur Vergrößerung dieser Fläche würden unter anderem spezielle Lautsprechersysteme eingesetzt. Als weitere Lösung für unterschiedlich große Veranstaltungsorte nennt Gölles Ambisonics, ein Verfahren zur dreidimensionalen Aufnahme und Wiedergabe von Schall, das eine flexible Anpassung an verschiedene Lautsprecheranordnungen ermöglicht.

Die High End gilt als internationale Fachmesse für Audiotechnologie und fand nach 21 Jahren in München erstmals in Wien statt. (red)

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