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Franz Drack ist neuer OMD Managing Director © Katharina Schiffl

Franz Drack und Susanne Koll

© Katharina Schiffl

Franz Drack und Susanne Koll

Dinko Fejzuli 11.05.2018

Franz Drack ist neuer OMD Managing Director

OMD-CEO Susanne Koll holt den internationalen Marketing-Experten als Nachfolger von Elisabeth Plattensteiner.

••• Von Dinko Fejzuli

Vor Kurzem verließ Managing Director Elisabeth Plattensteiner die OMD in Richtung Purpur Media. Nun stellt Susanne Koll, CEO der OMD, in einem medianet-Exklusivinterview mit dem Marketingexperten Franz Drack (Otto, Lego, Absolut Vodka, …) den neuen Managing Director der OMD vor.

Im einem gemeinsamen Gespräch skizzieren die beiden die weitere Entwicklung der Media-Agentur.
„Selbstverständlich haben wir in unserem Haus sehr viele Media-Fachleute”, so Koll über die Entscheidung, die Position nicht intern, sondern extern zu besetzen, „aber wir tendieren aufgrund unserer eigenen Entwicklung dazu, immer technischer zu werden, und ich habe bewusst jemanden gesucht, der die Kundenansprache noch besser versteht, als dies unsere Experten ohnedies tun”.
Und Koll weiter: „Wir glauben, dass datengetriebenes Marketing die Zukunft dominieren wird, und um dieses Potenzial optimal nutzen zu können, müssen wir die Bedürfnisse unserer Kunden noch besser verstehen, und hier soll Franz helfen. Er wird mit Steffen Kai als CDO dieses Thema künftig noch stärker gemeinsam mit unseren Kunden vorantreiben.”
Auf die Frage, weshalb ihn als Markenstratege ein Wechsel zu einer Mediaagentur gereizt hat, verweist Drack auf den gerade stattfindenden Umbruch in der Medienbranche: „Keiner weiß, wie es weitergehen wird, aber was ich weiß, ist, dass sich Mediaagenturen künftig zu Strategieagenturen im Bereich Kommunikation weiterentwickeln müssen, um erfolgreich zu bleiben.”

Externe Lösung

Gefragt nach seiner Entscheidung, bei der OMD anzuheuern, sagt Drack: „Susanne hat mich gefragt, ob ich Lust habe, die Welt zu verändern, und ich hatte”, und lacht. Konkret geht es Drack darum, sich vom Status quo des „hier Daten, dort Kreation und irgendwo dazwischen die Mediaagenturen” zu verabschieden. Die genannten Disziplinen müssen künftig noch enger zusammenarbeiten, um für den Kunden gesamtheitliche und nachhaltige Kommunikationsstrategien entwickeln, so Drack.

Das heiße aber nicht, dass man jetzt als OMD plötzlich auch Kreative einstellen werde, und auch wenn man Neues ausprobieren wolle, werde man nicht plötzlich zur Designagentur. Sehr wohl sei aber der von den Mediaagenturen ermöglichte Dateninput ein wesentlicher Aspekt, um Kampagnen noch besser zu machen, so Koll, und genau das wolle man künftig noch stärker betonen.
„Wir sind ein aktiver Partner, der den Kunden bei der Strategieentscheidung unterstützt – gern gemeinsam mit der Kreativagenturen oder weiteren Spezialanbietern wie etwa Content­agenturen, die für den Kunden arbeiten. So schaffen wir nachhaltigen Mehrwert für unsere Kunden”, so Drack.
Eine erfolgreiche Kampagne nutze am Ende allen – dem Konsumenten, um den es letztlich gehe, dem Kunden und auch der Agentur. Und der Weg dorthin führe nicht etwa über fixe Modelle, sondern über individuelle Lösungen, auf jeden einzelnen Kunden speziell abgestimmt. Dass dies ihrer eigenen Agentur mehr als gut gelingt, beweist übrigens die OMD, die in den letzten acht Jahren für keinen einzigen Verteidigungs-Pitch bei einem Kunden antreten musste.

Österreich als Testmarkt

Apropos Nutzen und Mehrwert: Für Susanne Koll spielt die Stärkung des heimischen Medienstandorts eine wichtige Rolle: „Wir sehen vermehrt, dass lokale Marketing-Expertise bei international tätigen Kunden vermehr abgebaut und Österreich z.B. aus Deutschland einfach ‚mitbetreut' wird. Hier gilt es, gemeinsam den Innovationsgedanken wieder voranzutreiben und Österreich als Testmarkt für internationale Kunden interessant zu machen”, so Koll.

Als seine zwei Hauptaufgaben in den kommenden zwei bis drei Jahren sieht Drack zum einen nach außen die Migration der OMD hin zu einer Strategieagentur für Kommunikation und nach innen zu einer Agentur, in der die kluge Kombination von Hochleistung und Menschlichkeit zu zufriedenen, sich weiterentwickelnden Mitarbeitern führt, die ihre Kunden begeistern können. Sprich, dass genau jene Kultur weiterwächst, die es OMD ermöglicht hat, das richtige Personal zu bekommen und ihre guten Köpfe zu halten. Denn es gebe aus Kundensicht nichts Schlimmeres, so Koll, als „alle sechs Monate neue Leute onboarden zu müssen”.

Spaltung am Markt

Gefragt, wohin die Reise in der Branche künftig generell geht, gibt Drack folgende Antwort: „Marketingverantwortliche werden sich künftig entscheiden müssen, in welche Richtung sie gehen wollen, denn aus meiner Sicht gibt es eine Spaltung am Markt: Auf der einen Seite die reinen ‚Dataisten',die einzig noch mehr Effizienz und Einsparungen durch Automatisierung wollen, aber weiterhin auf ein Werbemodell der Unterbrechung setzen. Und die anderen, die das Potenzial des gezielten Targeting dazu verwenden, die ihnen übertragenen Marken noch relevanter, noch einfühlsamer und menschlicher zu machen.” „Das Effizienzthema wird natürlich nicht verschwinden. Aber die Kundenversteher werden die Marktschreier schlagen”, so Drack abschließend.

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