KSV1870: Neun von zehn Unternehmen kämpfen mit Personalsuche
© Foto Wilke
Ricardo-José Vybiral
RETAIL Redaktion 16.07.2026

KSV1870: Neun von zehn Unternehmen kämpfen mit Personalsuche

WIEN. Die Personalsuche bleibt für Österreichs Unternehmen schwierig. Laut der aktuellen Austrian-Business-Check-Umfrage des KSV1870 geben 88 Prozent der Betriebe an, dass es im Vergleich zum Vorjahr unverändert schwierig oder sogar schwieriger geworden ist, geeignetes Personal zu finden. Gleichzeitig planen 57 Prozent, ihren Personalstand konstant zu halten, zwölf Prozent rechnen mit einem Stellenabbau und nur 13 Prozent wollen zusätzliche Mitarbeiter aufnehmen.

Als Hauptursache nennen die Unternehmen vor allem die Diskrepanz zwischen den gesuchten Qualifikationen und den verfügbaren Arbeitskräften. Besonders betroffen sind Vorarlberg sowie die Branchen Gesundheits- und Sozialwesen und Bau.

„Der Fachkräftemangel beschäftigt Österreichs Unternehmen weiterhin massiv. Noch stärker wirken derzeit nur das hohe Kostenniveau und die schwache Nachfrage in Form einer verhaltenen Auftragslage und deutlichen Konsumzurückhaltung“, erklärt Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG.

Auch finanzieller Druck wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus. Laut Umfrage besetzen 74 Prozent der Unternehmen offene oder frei werdende Stellen nicht mehr vollständig nach. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um fünf Prozentpunkte. Besonders häufig ist dies im Verlags- und Medienwesen, in der IT sowie in der Gastronomie und Beherbergung zu beobachten.

„Der Mangel an Arbeitskräften ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das auch dem demografischen Wandel geschuldet ist. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die Arbeit suchen, jedoch fehlen häufig die notwendigen Qualifikationen – auch in Anbetracht sich verändernder Berufsbilder. Diese Diskrepanz bremst Betriebe, erschwert ihre Entwicklung und kostet Wachstumspotenziale“, so Vybiral.

Vor allem hohe Kosten und eine schwache Auftragslage würden viele Unternehmen derzeit davon abhalten, zusätzliches Personal einzustellen. „Die Vorsicht bei Nachbesetzungen mag aus einem wirtschaftlichen Kontext heraus nachvollziehbar sein, doch geht damit auch die Chance auf neue Ideen und frischen Wind verloren, die für den langfristigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit essenziell wären“, sagt Vybiral. (red)

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