••• Von Georg Sohler
SPITTAL/DRAU/WIEN. Kärntnermilch verfolgt als regional verwurzelte Genossenschaft das Ziel, in Kärnten und darüber hinaus präsent zu sein. Die Molkerei setzt auf Maßnahmen wie Skitage, arbeitet mit anderen Marken zusammen und greift Trends auf. Das ist auch wichtig, ist der Markt doch von großen Playern geprägt. „Regionale Herkunft ist unser USP, wir legen den Fokus auf Qualität statt Masse“, erklärt Geschäftsführer Helmut Petschar gegenüber medianet. „Wir sehen uns nicht als ‚kleiner Mitbewerber‘, sondern als Spezialist für Premium-Milchprodukte aus Kärnten.“
Die Molkerei hat sich entsprechende Strategien zurechtgelegt. Diese sind gerade angesichts der Kostenentwicklungen in den letzten Monaten notwendig. „Die gestiegenen Energiepreise wirken sich direkt auf Produktion, Verpackungskosten und Logistikkosten aus. Und Düngemittelkosten betreffen unsere Landwirte und damit den Rohstoff Milch“, so Petschar.
Strategien für das Morgen
Die Kärntner setzen auf langfristige Partnerschaften mit den Erzeugern. Das bringt Stabilität für beide Seiten. Produktionsseitig konnte die Effizienz gesteigert werden. Preisanpassungen mussten auch sein, diese waren aber „maßvoll, mit Augenmaß“, sagt der Geschäftsführer, der weiters klarstellt: „Unser Ziel ist es, die Wertschöpfung fair entlang der gesamten Kette zu verteilen.“
Das Unternehmen setzt auf regionale Aktivitäten, um die Marke stärker zu verankern. So veranstaltet das Unternehmen beispielsweise Kinderskitage, Schulaktionen oder Gewinnspiele. Damit werden verschiedenste strategische Ziele verfolgt etwa „frühe Markenbindung, die Förderung regionaler Gemeinschaften sowie eine emotionale Positionierung. Wir investieren bewusst in Erlebnisse statt nur in Werbung: Kinder und Familien erleben unsere Marke positiv und authentisch, wir unterstützen Vereine, Schulen und den Tourismus und zeigen, dass Milch nicht nur ein Produkt ist, sondern Teil eines gesunden, aktiven Lebensstils.“
Trendfood mit Protein
Denn sehr zur Freude der Molkerei registriert man zunächst einmal, dass tierische Produkte wieder stärker geschätzt werden. „Davon profitieren wir, insbesondere als Anbieter von hochwertiger, gentechnikfreier Milch aus Bergregionen. Konsumentinnen und Konsumenten suchen wieder mehr Authentizität statt Ersatzprodukte“, denkt er. Dies unterstrich man zuletzt auch durch eine Gewinnspielkooperation mit Manner.
Kärntnermilch ist aber auch bereit, komplett neue Wege zu gehen. Etwa, was den High-Protein-Trend angeht. Innovationen sind auch für ein fast hundert Jahre altes Unternehmen wichtig, in diesem Bereich wirkt die Linie Milk Fit auf mehreren Ebenen. Sie enthält 35g Protein auf 330ml und kommt ganz ohne Zuckerzusatz aus. Sie bedient den Trend und ist nicht nur eine Erweiterung der Produktkategorie, sondern hilft auch, eine junge, fitnessaffine Zielgruppe zu erschließen sowie die Marke modern zu positionieren. „Diese ‚neuen Wege‘ sind kein Widerspruch zur Tradition, sondern deren Weiterentwicklung.“ Aktuell ist man bemüht, genau mit diesem Spagat zwischen Tradition und Moderne zu punkten.