Stabilisierung  statt Trendwende
© APA/Jakob Langwieser
Vor allem hochwertige Innenstadtlagen und stark frequentierte High-Street-Standorte in Wien zeigen laut den Studienautoren weiterhin „bemerkens­werte Stabilität“
RETAIL Redaktion 12.06.2026

Stabilisierung statt Trendwende

Der stationäre Handel bleibt laut Re/Max-Studie unter Druck. Echte Erholung lässt weiter auf sich warten.

WIEN. Die Situation im österreichischen Handel bleibt angespannt: Zwar zeigen sich vereinzelt erste Stabilisierungstendenzen, von einer nachhaltigen Trendwende könne jedoch noch keine Rede sein – so lautet das Fazit einer aktuellen Studie von Re/Max Commercial.

Hohe Kosten, verhaltene Konsumausgaben, zunehmender Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel sowie geopolitische Unsicherheiten belasten den stationären Handel demnach weiterhin massiv. Gleichzeitig verändert sich der Markt strukturell zunehmend in Richtung preisorientierter Konzepte, Nahversorgung und multifunktionaler Handelsstandorte.

Licht und Schatten
Wiewohl Wirtschaftsforscher für 2026 von einem moderaten Wachstum der heimischen Wirtschaft ausgehen, bleiben die Risiken laut den Studienautoren hoch – nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Konflikte zwischen Israel, den USA und dem Iran. Industrie und Bauwirtschaft kriseln aufgrund schwacher Nachfrage, hoher Finanzierungskosten und rückläufiger Investitionskosten, parallel dazu entwickelt sich auch die Einzelhandelskonjunktur weiterhin schwach.

Positiv: 2025 konnte Österreichs Einzelhandel immerhin ein kleines nominelles Plus (+0,7%) verbuchen, auch die Konsumnachfrage nimmt allmählich wieder zu. Wiewohl „nach wie vor ein vorsichtiges Licht am Ende des Tunnels sichtbar“ sei, sehe man doch, „wie fragil diese Entwicklung“ sei, erklärt Stefan Krejci, Geschäftsführender Gesellschafter von Re/Max Commercial Austria. Von einer „echten Entwarnung“ für den österreichischen Handel könne jedenfalls „noch keine Rede“ sein.

Onlinehandel boomt
Die Entwicklung des Einzelhandels variiert nach Branchen: Besonders schwach performten 2025 Möbel-, Elektronik-, Spielwaren-, Schmuck- und Teile des Sporthandels; reales Wachstum konnten dagegen LEH und Schuhhandel verzeichnen. Für zusätzlichen Druck sorgen umstrittene Plattformen wie Temu und Shein; damit einher geht ein Anstieg des Anteils der Onlineausgaben am gesamten Einzelhandel. Die Insolvenzen bleiben auf hohem Niveau, expansiv agieren vor allem Diskonter und Nahversorger.

Sekundäre Lagen unter Druck
Wenngleich laut Studienautoren „weder neue Markteintritte noch selektive Expansionen“ den langfristigen Trend zur Flächenreduktion aufhalten können, zeigt sich der Premium-Retailmarkt weitgehend stabil (s. Tabelle unten). Mitgrund dafür sind Markteintritte internationaler Marken und der Trend zu Flagshipstores und Erlebnisformaten in Toplagen. (red)

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