Zwettl setzt bei Hopfen weiter auf das Waldviertel
© Philipp Lipiarski
Karl Schwarz im Hopfengarten
RETAIL Redaktion 08.09.2026

Zwettl setzt bei Hopfen weiter auf das Waldviertel

Anfang September läuft im Waldviertel die Hopfenernte. Die Privatbrauerei Zwettl und die zu ihr gehörende Bierwerkstatt Weitra setzen dabei auf Rohstoffe aus der Region. Neben dem Hopfen stammt auch die Braugerste aus dem Waldviertel, das Wasser kommt aus eigenen Quellen. „Die Bierspezialitäten aus Weitra und Zwettl sind damit echte Waldviertler“, sagt Brauereiinhaber Karl Schwarz.

Im langjährigen Durchschnitt werden im Waldviertel rund 20.000 kg Hopfen geerntet. Heuer haben geringe Niederschläge, Hagel und hohe Temperaturen allerdings zu kleineren Dolden geführt. Entscheidend für die Bierqualität sei deren Größe nicht, erklärt Braumeister Heinz Wasner. Maßgeblich sei das enthaltene Lupulin, das für Bittere und Aroma sorgt. Die ersten Qualitätswerte seien auch in diesem Jahr vielversprechend.

Die Privatbrauerei arbeitet seit Jahrzehnten mit Vertragslandwirten aus der Region zusammen. Damit sollen einerseits die Versorgung mit heimischen Rohstoffen gesichert und andererseits den Bauern Planungssicherheit geboten werden. Die Wiederansiedlung des Hopfens im Waldviertel geht auf die Brauerfamilie Schwarz zurück, nachdem die Kulturpflanze während des Ersten Weltkriegs weitgehend aus der Region verschwunden war.

Eine Besonderheit der Bierwerkstatt Weitra ist die offene Gärung. Dabei vergärt das Bier nicht in geschlossenen Tanks, sondern in offenen Gärbottichen. Das heute nur noch von wenigen heimischen Brauereien eingesetzte Verfahren ist arbeitsintensiver, ermöglicht dem Braumeister aber eine unmittelbare Kontrolle des Gärprozesses. Laut Schwarz trägt es zur charakteristischen Milde der Weitraer Biere bei.
Zum Sortiment der Bierwerkstatt gehören unter anderem die Bio-Biere „Hadmar“ und das neue alkoholfreie „Das Ohne“. Gemeinsam mit „Das Helle“ und „Das Schwarze“ bilden sie das Sortiment aus der Braustadt Weitra.

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